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Wohngesundheit - Baustoffe und Allergien

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Ich bin an Erfahrungsaustausch mit Allergikern bezüglich Bauprodukten interessiert - aus unserer Erfahrung reicht bei Allergikern die bloße Kennzeichnung der Inhaltsstoffe in vielen Fällen nicht aus, um "beschwerdefreien" Wohnraum zu schaffen. Dies betrifft auch zahlreiche "Naturprodukte".
Besten Dank im voraus zu persönlichen Erfahrungen dazu.
Spritzendorfer
 
Beiträge: 2
Registriert: Sa Dez 08, 2007 9:47 pm
Wohnort: Abensberg

Beitragvon Moderator am Fr Dez 14, 2007 2:04 pm

Hallo Herr Spritzendorfer,

vielen Dank für Ihren Eintrag. Mich würden Ihre professionellen Erfahrungen zum dem Thema wirklich interessieren. Vielleicht können Sie damit den Austausch ein wenig "anschubsen".

Alles Gute und ein schönes Wochenende.

Holger Caspari
Moderator
 
Beiträge: 91
Registriert: Mo Sep 10, 2007 6:16 pm

Beitragvon Spritzendorfer am Fr Dez 14, 2007 5:41 pm

Wesentliches Ziel für allergikerverträglichen Wohnraum sollte neben zahlreichen planerischen Aspekten und Fragen der Haustechnik die Minimierung jedweder Emissionen und Gerüche (auch natürlichen Ursprungs) sein; auch "wohngesunde" Baustoffe wie Holz, viele Naturfarben und Naturböden können im Einzelfall zu Belastungen führen, wenn daraus entsprechende "Gerüche" (allgemein durchaus angenehm wie Harz, Orangen-und Zitrusöle, Leinölgerüche) über längere Zeiträume "entströmen"; umgekehrt können auch aus "lösemittelfreien" Produkten langfristig beispielsweise Glykole emittieren, die nicht unmittelbar wahrnehmbar sind und dennoch gesundheitsrelevant sein können.

Sinnvoll wäre daher, wenn der Verbraucher künftig wesentlich mehr beim Einkauf hinterfragen würde und beispielsweise "umfassende Emissionszeugnisse" für Produkte fordert; Zeugnisse die er dann dem behandelnden Arzt vorlegen kann, welcher daraus eventuell belastende Emissionen erkennen kann. Einen sehr hohen Stellenwert dabei haben die sogenannten VOCs (flüchtige organische Verbindungen), von denen viele "harmlos", eine Reihe aber auch durchaus gesundheitsgefährdend sind; von vielen Herstellern auch bagatellisiert werden.

Dazu gibt es zwischenzeitlich aktuelle Empfehlungen des Bundesumweltamtes mit entprechenden Richtwerten - Richtwerten, die leider auch in zahlreichen "Ökohäusern" um ein vielfaches überschritten werden.
Tabelle zu den TVOCs: auf http://www.oebag.de/index.php?id=11

Hier hilft nur eine konsequente, umfassende, wissenschaftlich abgesicherte Produktauswahl sowie strenge Verarbeitungsrichtlinien für die Handwerker.

Leider verzichten die meisten sogenannten "Umweltzeichen" auf solche Emissionsprüfungen (teils aus Kostengründen,teils aus Industriefreundlichkeit) und stellen daher oft - gerade für Allergiker - keine echte Entscheidungshilfe dar. Hier hat das europäische Gütezeichen "natureplus" ( http://www.natureplus.org ) durch transparente, im Internet abrufbare Kriterien, ein umfassendes Emissionsprüf- und Auszeichnungssystem und ein industrieunabhängiges Zeichen-Vergabesystem zwischenzeitlich neue Standards gesetzt.
Josef Spritzendorfer, Abensberg
Geschäftsführer Sentinel-Haus Stiftung.e.V.
Spritzendorfer
 
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