von gila am So Apr 06, 2008 10:03 pm
Hallo,
ich weiß eigendlich gar nicht so recht wie ich anfangen soll, also versuche ich es mit einer Kurzversion meiner derzeitigen Probleme. Es geht um meine Ma. Sie ist 76 Jahre alt . Seit längerer Zeit bemerken wir , das sie Vieles vergisst ( sie weiß z.B. nicht mal was sie am Tag gegessen hat , bekommt aber Essen übers Menuetaxi) , unter Wortfindungsstörungen leidet, Tageszeiten durcheinanderbringt, Termine nur mit Notizen merken kann ( dazu muss sie aber auch den richtigen Kalendertag aufgeschlagen haben sonst vergisst sie es) , die Körperpflege vernachlässigt u.s.w. In ihrer eigenen Wohnung geht es ihr recht gut, wobei sie abwechselnd einerseits über Einsamkeit klagt, im gleichen Atemzug aber betont, das es ihr überhaupt nichts ausmacht. Einkaufen geht sie kaum, wenn ich helfen will, lehnt sie es ab mit der Bemerkung, das alleine machen zu können. Tja, das Helfen ist sowieso ganz problematisch. Einzig staubsaugen, das lässt sie zu. Sie erzählt ständig, das sie ja sooo lange Spatziergänge macht, im nächsten Moment aber, das sie lange nicht draußen war. Geburtstage vergisst sie oder aber wenn sie eingeladen ist, geht sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht hin. Ich könnte die Liste noch weiter füllen, aber ich denke, das es den Rahmen hier sprengen würde. Das Schlimmste an Allem ist, das sie überhaupt nicht zu bewegen ist zum Arzt zu gehen, so dass unsere Befürchtung, das sie unter Alzheimer leiden könnte, nicht bestätigt oder ausgeschlossen werden kann. Mit 76 muss man nicht mehr zum Arzt sind ihre ständigen Worte. Es führt kein Weg dahin. Heute nun rief sie bei meiner Schwester an, beklagte Langeweile und als meine Schwester ihr sagte, das doch heute unsere jüngste Schwester da war, stritt sie das ab und erst nach einem Blick in ihr Notizbuch sagte sie : ja aber doch nur ganz kurz.
Mir macht das Alles große Angst. Von allen möglichen Leuten bekommen wir gesagt, das wir sie doch in ein betreutes Wohnen geben sollten, aber ich weiß, das sie das nicht verkraften würde. Aus gesundheitlichen Gründen ( habe fortgeschrittenen Krebs) ist es mir auch selbst nicht möglich oft bei meiner Ma zu sein. Mehr als 1x die Woche schaffe ich physisch und psychisch nicht. Mit dem Thema Alzheimer haben wir uns schon befasst und viel gelesen um ihr helfen zu können. Aber zum Arzt will sie eben gar nicht.
Was habt Ihr für Erfahrungen im Umgang mit solchen Situationen? Wie schafft man es , sich psych. nicht so runterziehen zu lassen ? Wie kann ich/wir meiner Mutter helfen ohne sie zu gängeln oder ständig auf Fehler aufmerksam zu machen? Es schwirrt zur Zeit so Vieles in meinem Kopf herum. Vor allem auch, das es ganz schön weh tut mitanzusehen, wie sich meine Ma verändert, immer öfter Sachen vergisst, die einmal sehr wichtig für ihr Leben waren. Das hat sie alles nicht verdient.........
Ich danke schon im Voraus für Antworten ,
Gruß Gila