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Was tun bei fortgeschrittenem Darmkrebs??

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Bin 59 und auch etwas übergewichtig und hab mich wahrscheinlich auch nicht gut ernährt. Jedenfalls haben sie bei mir jetzt DArmkrebs festgestellt (wie damals bei meinem Vater). Jetzt ist es also amtlich: DArmkrebs, fortgeschritten .... geahnt hab ichs ja, aber ich wollte es eigentlich lieber nicht so genau wissen ... Mir dröhnt noch der Schädel von den Gespräch mit dem Arzt: Chemo, Bestrahlung und unters Messer ..... Lohnt sich das alles überhaupt noch???????

Tommes
Tommes
 
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Registriert: Di Jul 21, 2009 7:58 am

Mensch Meier!

Erst kümmerst Du Dich um nichts (Früherkennung, besonders wichtig bei Risikogruppen, dazu gehörst Du ja wohl) und jetzt die Flinte ins Korn werfen?! Nee nee nee, Tommes. Zugegeben: Die Lage ist ernst - deshalb schreibe ich Dir auch. kenne die Diagnose fortgeschrittener Darmkrebs von meinem Vater und kann Dir daher auch ein paar Infos geben. Aber leben wollen musst Du schon selbst und auch überzeugt davon sein, dass es sich lohnt zu kämpfen! Wie stehts damit???

Beste Grüße

Lulu
Lucinda
 
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Registriert: Mi Jul 22, 2009 4:02 pm

Hey Tommes!

Da bin ich wieder (hab nicht immer soviel Zeit, Romane zu schreiben). Heute mal ein paar kurze Infos, wie ich den Ablauf bei fortgeschrittenem DArmrkebs bei meinem Vater erlebt habe. Ähnlich wirds dann vielleicht auch bei Dir ablaufen. Operiert wird in den meisten Fällen, um den Darm durchgängig zu halten. Aber es kann sein (so war es bei meinem Vater), dass zuvor mit einer Chemotherapie der Tumor verkleinert wird. Das erleichtert und vereinfacht dann die Operation. Es kann auch sein, dass sie vor der Op auch noch bestrahlen, um den Tumor möglichst vor der Op so klein wie möglich zu kriegen. Die OP kommt dann. Und danach kommt wahrscheinlich wieder eine Chemo auf Dich zu, um die im Körper gebliebenen Tumorzellen, die vielleicht auch schon im Körper weitergewandert sind, noch abzutöten. Manchmal wird dann auch nach der Op nochmal bestrahlt. - Ok, das ist erstmal der grobe Ablauf. hast Du schon was gehört, wie es bei Dir losgeht und wann??

Lulu
Lucinda
 
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Registriert: Mi Jul 22, 2009 4:02 pm

Tag Lulu,

find ich echt klasse, dass Du mir den Kopf wäschst. Hast ja recht, klar hätte ich zur Vorsorge gehen müssen. Hab das komplett verdrängt. Muss ich jetzt ausbaden. natürlich will ich kämpfen!! War nur am Anfang ganz schön erschlagen von den Neuigkeiten. Fortgeschrittener Darmkrebs - das klingt doch als steht man schon mit einem Bein im Grab ..... Glücklicherweise habe ich eine tolle Frau und zwei Jungs, die mich aufbauen. Aber manchmal will man halt die Familie nicht mit jedem üblen Gedanken belasten ...

Deine Ablaufschilderung triffts genau: Ich bekomme jetzt ab nächster Woche erstmal Chemo und dann, wenn das angeschlagen hat, wird operiert, wenn das Ding klein genug geworden ist. Verrätst Du mir denn auch, was Du sonst noch so weißt darüber, wie´s dann weitergehen kann?

Tommes
Tommes
 
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Hi Tommes,

weißt Du, es ist so: Bei fortgeschrittenem Darmkrebs kann es auch Metastasen geben (z. B. in Leber oder Lunge) und die Lymphknoten können befallen sein. Deshalb ist es mit der OP allein meist nicht getan. Wurde bei Dir nach Metastasen gesucht? Manchmal können die auch operativ entfernt werden. - Nach der OP folgt dann in der Regel nochmal eine Radio-/Chemotherapie, damit von den restlichen Krebszellen noch so viele wie möglich eliminiert werden können.

Was für eine Chemo bekommst Du denn? Soviel ich weiß, ist es so, dass man per Infusion z. B. 5-FU (Fluorouracil) und Folinsäure (5-FU/FA) in Kombination bekommt. Das kann dann nochmal mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden, z. B. mit Oxaliplatin oder mit Irinotecan. Es gibt soweit ich weiß inzwischen für Leute mit fortgeschrittenem Darmkrebs auch schon Chemo in Tablettenform.

Lass doch mal hören, was Du bekommst. Wichtig wäre auch zu fragen, wie es aussieht mit einem möglichen Stoma und so. Als DArmkrebspatient solltest Du Dich auch mit dem Thema dringend befassen.

Es grüßt Dich

LuLU
Lucinda
 
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Tag Tommes,

ich hoffe, ich habe Dich mit dem Stoma-Thema nicht verschreckt. Es ist vielleicht kein angenehmes Thema, aber ich denke schon, dass Du Dich damit befassen solltest. Man kann dann - wenn es notwendig wird - damit besser umgehen, als wenn man das vorher nur verdrängt. Wie gesagt, ich habe da meine eigenen familiären ERfahrungen. BEi uns wurde das Thema totgeschwiegen und als mein Vater dann eins bekam, war es für alle (auch für meine Mutter) ein echter Schock. Dabei kann man gut damit leben, es gibt Stomaberatungen und alle mögliche Unterstützung später in der Reha, sodass es man sich nicht selbst überlassen ist. Soviel erstmal zu diesem Thema. Ich werde Dir in den nächsten Tagen dazu noch ein paar Infos geben - denke, das wäre ganz gut. Muss jetzt aber erstmal auf die Arbeit.

Lulu
Lucinda
 
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Lieber Tommes,

hier nun die versprochenen Infos zum Stoma: Das Stoma ist eine künstlich angelegt Öffnung, die dann anstelle des natürlichen Afters genutzt wird, um den Kot abzuleiten. Wenn eine Darmkrebs-OP ansteht, kann es unter Umständen sein, dass gerade bei fortgeschrittener Erkrankung so etwas gemacht werden muss. Es kann aber sein, dass es nur eine vorübergehende Stomaanlage wird. Dann nämlich, wenn man nur den operierten Darmabschnitt und die Operationsnarben vorübergehend entlasten will. Hängt alles nicht zuletzt auch davon ab, ob Du nun einen Dickdarmkrebs oder z. B. einen Mastdarmkrebs hast und wie weit sich der Tumor schon ausgebreitet hat. Schreib doch mal, was nun bei Dir genau gemacht wird und wie es Dir nun geht.

LuLu
Lucinda
 
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Hi Lulu,

Danke für Deine Nachrichten. Ich weiß, dass ich mich mit dem Thema Stoma befassen muss. Es ist so, dass bei mir ein Rektumkarzinom festgestellt wurde, das relativ tief sitzt. Damit ist schon so gut wie klar, dass ein Stoma Thema wird ... Genau sagen kann man es aber erst, wenn die Chemo vorbei ist und dann operiert wird. Wenn dann der Schließmuskel entfernt werden muss, komme ich um ein Stoma nicht herum. Aber besser so als tot, oder???

Tommes
Tommes
 
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ja, unbedingt! Deine Einstellung ist super. Cornelia aus der "BK" Abteilung. :lol:
..Wir sollten heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen...
Tinkerbell
 
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Hi Cornelia aus der BK-Abteilung (das hat einen Moment gedauert, bis ich das zuordnen konnte (;-)),

vielen Dank für die Blumen. Ich glaube, das meiste, was einem im Zusammenhang mit Krebs passiert, ist am Ende in seinen Auswirkungen Einstellungssache (Glas noch halb voll oder schon halb leer?). - Für mich heißt das jetzt, den Tatsachen ins Auge blicken: Ich werde wohl ein Stoma bekommen ..... Ist dann doch nochmals was anderes, wenns amtlich ist - das muss ich schon zugeben .... Würde so gerne mal mit Leuten reden, die schon mit einem Stoma leben !!!!

Tommes
Tommes
 
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Registriert: Di Jul 21, 2009 7:58 am

Hi Tommes!

Ich klinke mich hier mal mit ein. Habe seit 06/2005 Darmkrebs. Vor der OP erhielt ich kombinierte Strahlen/Chemotherapie. Im Oktober 2005 wurde ich dann operiert mit Anlage eines endständigen Kolostomas. Am Anfang war es natürlich eine ganz schöne Umgewöhnung, gab auch die eine oder andere Panne. Aber trotz Stoma kann ich heute (fast) alles so machen wie früher.
Falls du möchtest, kannst du mir ja mal eine PN schicken!
Liebe Grüsse Bibbi
Bibbi
 
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Hallllo Bibbi,

Du ahnst nicht, wie happy ich war als ich sah, dass es geklappt hat: Es hat sich also tatsächlich jemand gefunden, der auf meine Verzweiflungsrufe antwortet! (:-))))

Danke für Dein Angebot, auf PN umzusteigen. Wenn Du einverstanden bist, würde ich gerne offen weiterschreiben. - Vielleicht gibt es ja noch andere, die sich selbst nicht trauen, in so einem Forum zu schreiben, aber trotzdem auch dankbar für Infos sind. Ich hoffe, Du bist einverstanden.

Natürlich interessiert mich alles, was Du im Zusammenhang mit Darmkrebs und Stoma erlebt hast brennend. Natürlich auch, wie es Dir heute geht. Ich freue mich auf alles, was Du berichten magst!!!!

Gespannt auf Deine nächste NAchricht

Tommes (:-)))
Tommes
 
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Registriert: Di Jul 21, 2009 7:58 am

Hallo Tommes,

schön, dass ich dich happy machen konnte. Habe das Problem, dass ich hier im Forum etwas zu langsam bin mt dem Schreiben und wenn ich meine Antwort dann abschicken will, ist der ganze Text dann immer weg, deswegen meinte ich PN, naja ich versuchs halt, vielleicht klappts ja.
Nunja, ich weiss garnicht wo ich nun anfangen soll. Also 2005 die Diagnose tiefsitzendes Rectum-CA riss mir den Boden unter den Füssen weg, ich fiel in ein tiefes Loch, dachte nun ist alle vorbei, jetzt musst du sterben. Aber mit der Zeit lernt man, dass es sich nicht so schnell stirbt und alles irgendwie weitergeht. Also ich kam in die Klinik wegen sämtlicher Untersuchungen. Der Chefarzt, der mich behandelte war sehr nett und kompetent und klärte mich bestens über die Erkrankung auf. Laut CT war der Tumor ziemlich gross und man entschied sich vor der OP eine Radio-Chemotherapie zu machen, die zog sich dann über 7 Wochen hin und im Oktober wurde ich operiert mit dem Wissen ein permanentes Stoma zu bekommen. Vorher setzte ich mich schon mit der Stomaschwester des Krankenhausses in Verbindung und besprach alles mit ihr, sie zeigte mir da auch schon den Umgang mit dem Stoma, das war sehr hilfreich. dann kam die OP, alles verlief gut, nach 11 Tagen konnte ich die Klinik verlassen und war auch schon sehr selbständig beim Stomawechsel. Zuhause gabs schon ab und an Probleme, so hielt der Stomabeutel nicht mehr und unterwanderte ständig mit Stuhl. Aber mithilfe der Stomaschwester, die immer Zeit hatte, wenn ich um Hilfe rief, bekam ich immer alles wieder in den Griff. Bin dann auch wieder arbeiten gegangen, bis zu dem Tag, an dem man eine Lebermetastase feststellte, die wurde operiert und mit Chemo therapiert. Knapp neun Monate hatte ich dann Ruhe, bevor wieder Metastasen kamen. Bekomme nun wieder Chemo, aber soweit gehts mir gut und ich geniesse jeden Tag.
Ich steh dir gerne für alle Fragen und natürlich zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Schreib bald wieder mal!

Bibbi
Bibbi
 
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Registriert: Mo Jul 14, 2008 2:33 pm
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Juhu es hat geklappt :lol: und auch dieser lange Text wurde gesendet. Also hat sich meine Schreibgeschwindigkeit doch schon gebessert.
Alles Liebe Bibbi! :roll:
Bibbi
 
Beiträge: 84
Registriert: Mo Jul 14, 2008 2:33 pm
Wohnort: Thüringen

Liebe Bibbi,

super, dass Du gleich so ausführlich schreibst - ich sauge jedes wort auf!!!

Zunächst mal: ein einfaches Mittel gegen Zeitüberschreitungen: Einfach ganz normal in word auf Deinem Rechner in aller Ruhe schreiben und dann online im Forum nur reinkopieren, das geht garantiert schnell genug (;-) Aber hat ja auch so geklappt. Ist nur immer ärgerlich, wenn man beim Schreiben nicht weiß, ob das klappen wird. Daher mal die andere Variante probieren - ist entspannter (;-))

Bin ja erstmal sprachlos darüber, was Du schon alles hinter Dich gebracht hast ...
Da stehe ich ja noch ganz am Anfang (Chemo läuft noch, allerdings noch (?) keine Bestrahlung). Wahrscheinlich wirds aber einen ähnlichen Verlauf nehmen wie bei Dir .... Das mit den Metastasen tut mir echt Leid. Drücke Dir die Daumen, dass Du die mit Chemo in den Griff kriegst. Bei mir wurden noch keine Metas festgestellt. Es geht jetzt erstmal um den Primärtumor. Ichwill Dich echt nicht nerven, aber könntest Du mir über die OP und die Stomaanlage etc. noch etwas Näheres sagen? Ich bin keine Memme, aber ich habe auch Angst vor den Schmerzen und davor, wie schlecht es einem wahrscheinlich nach der OP geht. Die Chemo macht mir im Moment noch nicht so viel aus ... aber kann ja noch kommen. Wie ist es Dir gegangen vor und nach der OP, liebe Bibbi?

herzliche Grüße

Tommes
Tommes
 
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