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Unsere Mitmenschen ...

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Beitragvon birgitt am Fr Jul 17, 2009 10:38 pm

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Liebe Babs,
unsere "Mitmenschen" sind halt so...
wir sind ja auch so...
Und diese Coctails sind "ja auch besonders prikelnd"
Sollte unsere Krankheit uns nicht gelehrt haben, über den Dingen zu stehen?
Ich denke an Dich
Liebe Grüße
Birgitt
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Beitragvon Babs am Sa Nov 12, 2011 11:51 am

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Hallo zusammen in die Runde,

ich habe wieder eine kleine, aber feine Geschichte zu erzählen. :mrgreen:

Voll gepumpt mit frischer Chemo will ich nach Hause fahren. Mit der U-Bahn. Normalerweise laufe ich zu Fuß bis zur U-Bahn-Station. Diesmal entscheide ich mich, mit einer anderen U-Bahn eine Station zu fahren und dann umzusteigen, um so meine Kräfte ein bisschen zu sparen. Auf dem Kopf habe ich eine neue Kopfbedeckung, eine Art Turban mit einer ziemlich großen Blume links (mal was Anderes :wink: ). Mehrere Menschen haben mir schon gesagt "Schöne Mütze" (ich sage dann auch immer "Danke").

Die U-Bahn ist um die Uhrzeit relativ leer. Eine Frau (sie sitzt aber nicht gerade in meiner Nähe) guckt mich sehr intensiv an und dann schreit sie in meine Richtung: "Schöne Mütze haben Sie da". Ich schreie artig zurück "Danke" und schätze, damit ist die Angelegenheit erledigt. Falsch gedacht. Die Frau schreit weiter: "Wo haben Sie die Mütze gekauft?". In diesem Moment denke ich, wenn sie was wissen will, soll sie zu mir kommen (es ist ja Platz genug da), das will sie aber nicht, sie schreit lieber. Dann schreie ich eben zurück: "In einem Geschäft für Krebskranke". Sie schreit weiter: "Sind Sie krebskrank?!" Ich: "Ja". Die Frau: "Das sieht man Ihnen aber nicht an". Diese Bemerkung habe ich nicht kommentiert. Und das Gespräch war immer noch nicht zu Ende. Spätestens in diesem Moment wird es auch still in der U-Bahn und alle Fahrgäste gucken in meine Richtung. Die Frau: "Die Mütze war bestimmt teuer. Was haben Sie bezahlt?". Ich schreie zurück: "33 Euro". Sie: "Das ist aber sehr viel Geld!" Na ja, wie man’s nimmt. Ich: "In Geschäften für Krebskranke ist alles teuer. Andererseits geht eine solche Mütze nicht so schnell kaputt". Inzwischen hat die U-Bahn die nächste Station erreicht (wo ich umsteigen will), ich gehe Richtung Ausgang, die Frau schreit aber immer noch weiter: "Was für einen Krebs haben Sie?". Diese Frage habe ich überhört und bin einfach ausgestiegen ...

Mal sehen, was ich später noch erzählen kann. :D

Liebe Grüße
Babs
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Babs
 
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Beitragvon Piffi am Di Nov 15, 2011 11:04 am

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Hallo Babs,

ich glaube, manchmal sind die Menschen da draußen kränker als manch einer von uns. Die sind eigentlich die, die man bemitleiden muss, weil sie sooooo doof sind. Gegen die meisten Krankheiten gibt es eine Heilung, gegen Dummheit ist leider noch kein Kraut gewachsen.

Ich hatte auch mal so einen Fall, da meinte meine Schwägerin bei ihrem Besuch im Krankenhaus zu mir, man was machst denn du für doofe Sachen. Hab ich zu ihr gesagt, dass leider die Grippe aus war und ich deshalb dann Brustkrebs genommen habe.

Später hat sie dann mal zu mir gesagt, dass sie nicht mit mir tauschen wolle. (Wer will das schon ??????). Da hab ich zu ihr gesagt, dass es gegen meine Krankheit wenigstens ein Medikament gibt, aber gegen ihre Blödheit noch kein Kraut gewachsen ist.

Die hat nie mehr wieder so was blödes zu mir gesagt.

LG Kerstin

Vielleicht sollte man solche Menschen gar nicht beachten, vielleicht auch keine Antwort geben. Dann muss man sich später nicht ärgern.
Wer kämpft, kann verlieren - wer nicht kämpft, hat schon verloren!
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Beitragvon Babs am Di Nov 29, 2011 6:01 pm

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Die nächste Geschichte gab es beim Bäcker.

Hintergrund:
Vor ein paar Wochen habe ich mir eine Langhaarperücke gekauft und jetzt trage ich jeden Tag was Anderes: mal Langhaar, mal Kurzhaar, mal eine Kopfbedeckung. Bis auf die Familienmitglieder und ein paar sehr gute Freunde sind ALLE damit überfordert. Egal, ob Nachbarn, Kollegen, Bekannte, Verkäufer in Geschäften, die ich oft besuche - alle sind irgendwie irritiert, wenn sie mich sehen. Mir macht das aber - ehrlich gesagt - viel Spaß, die Leute so konfus zu sehen. :wink:

Die Bäckereiverkäuferin: "Wie machen Sie das mit Ihren Haaren? Manchmal haben Sie lange Haare, manchmal kurze. Wie geht das?"
Meine Antwort: "Was für Haare? Ich habe gar keine." An diesem Tag trug ich eine Kopfbedeckung.
Die Verkäuferin: ???
Ich: "Das sind alles Perücken."
Die Verkäuferin: "Und warum haben Sie keine Haare?"
Ich: "Wg. der Chemotherapie."
Die Verkäuferin: ???

Ich schätze ... entweder sie wusste gar nicht, was eine Chemotherapie ist oder sie konnte den Zusammenhang nicht verstehen. Ich habe dann aber nichts mehr gesagt. Hatte einfach keine Lust, eine Verkäuferin über die Nebenwirkungen (m)einer Chemotherapie aufzuklären ...

Dass ich jeden Tag andere Schuhe trage oder eine andere Handtasche, das stört niemanden - es gibt keine Kommentare und keine Fragen. Das, was auf dem Kopf ist, ist dagegen eine riesengroße Quelle für verschiedene Fragen, Kommentare, Meinungen und Äußerungen. Manchmal frage ich mich: Ist das wirklich so schwer zu verstehen, dass man als Frau :wink: jeden Tag was Anderes auf dem Kopf hat? Aber so lange die Leute SO verwirrt reagieren, habe ich viel Spaß dabei. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Liebe Grüße
Babs
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Beitragvon Babs am Mi Mär 14, 2012 10:22 am

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Hallo in die Runde,

ich muss mich mal wieder ein bisschen abreagieren ... :wink:

Ich werde meine Stamm-Bäckerei wechseln. Die Verkäuferin fragt mich seit Monaten :!: immer wieder dasselbe: Haben Sie tatsächlich gar keine Haare auf dem Kopf? Und warum? Und wie lange wird es dauern? Und danach? Chemotherapie? Was ist das? Was wird bei einer Chemotherapie gemacht?

Ich dachte, eine erwachsene Frau (so ca. Mitte 20) weiß (zumindest so im Allgemeinen), was eine Chemotherapie ist. Auch schon deshalb, weil ich die Fragen inzwischen mehrmals :!: :!: beantwortet habe. Wenn die Verkäuferin sich das nicht merken kann (oder vielleicht nicht will), ist das nicht mein Problem. Das ist aber für mich ziemlich lästig, immer wieder dieselben Fragen zu beantworten und immer wieder dasselbe zu erzählen. Als Aufklärerin zum Thema "Chemotherapie für Verkäuferinnen und zufällige Bäckerei-Kunden" fühle ich mich unwohl. Nach dem Gespräch von gestern habe ich mich entschlossen, mein Geld einer anderen Bäckerei zu schenken ...

Und noch eine Geschichte. Seit ein paar Monaten haben wir eine neue Nachbarin. Das heißt, 'Nachbarin' ist eigentlich zu viel gesagt. Sie ist keine direkte Nachbarin, sie wohnt ein paar Häuser weiter, ich treffe sie manchmal unterwegs, meistens dann, wenn ich zur Bus- oder U-Bahn-Haltestelle gehe. So wie gestern. Sie hat auf den Bus gewartet, ich ging zur U-Bahn. Sie hat mich gesehen und hat sich "spontan" entschieden, auch zur U-Bahn zu gehen, um zusammen mit mir in die für sie andere :!: Richtung zu fahren. :roll: Sie hat mich so mit Fragen bombardiert, dass ich heute immer noch nicht verstehe, wie ich das überleben konnte. Sie interessiert sich für (Zitat) "alles Göttliche und Esoterik", sie freut sich, dass ich die Krankheit angenommen habe (habe ich das tatsächlich :?: - außerdem ist mir wurscht, ob SIE sich darüber freut oder nicht), und überhaupt, ich sehe gut und gesund aus und das bedeutet, ich bin gar nicht so krank. Zum Schluss hat sie noch gesagt: Was, Sie leben schon seit 8 Jahren mit der Krankheit?! Dann können Sie nicht so schwer krank sein. Gut, dass ich nur 2 Station fuhr, ich schätze, ich wäre zum Mord bereit. :wink:

Liebe Grüße
Babs
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Beitragvon Goldi am Fr Mär 16, 2012 9:47 pm

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Liebe Babs,
schön mal wieder von Dir zu lesen.
Wie geht es Dir????????

Du bist soooooooo eine starke Frau, und unsere Mitmenschen reagieren so manches mal ein wenig so -'ohne Verstand'-, Mensch Babs, scheiß was drauf, und reg Dich nicht auf, wenn die Brötchen in der Bäckerei, doch besser schmecken, oder wie auch immer, dann mach doch einfach in Deiner Tasche ne Faust und denk schei.......;-))))))))))))))))
Denk immer positiv, DU hast es uns doch beigebracht, und genieß die Sonne, die leckeren Brötchen, und das nette Miteinander mit unseren Mitmenschen, wir brauchen uns alle miteinander.
Gruß an alle, und genießt das schöne Wetter,
Eure Anne.....
Je intensiver man lebt, desto deutlicher sieht man,
dass die einfachen Dinge, die wahrhaft Größten sind.
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Beitragvon Babs am So Mär 18, 2012 4:55 pm

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Hallo Anne,

meine Familie und Freunde meinen, ich bin zu ehrlich :wink: . Ich beantworte alle Fragen und ich mache mir Gedanken, ob der/die Fragende die Antwort richtig verstanden hat. Sie meinen, ich soll nur die Fragen beantworten, die ich auch beantworten will. Andere Fragen soll ich ignorieren (was leichter gesagt als getan ist ...). Und wenn es mit ignorieren und nichts sagen aus welchem Grund auch immer nicht funktioniert, soll ich mit Aussagen wie "Schönes Wetter heute" oder ähnlich bewusst ein ganz anderes Thema wählen. Na ja, ich werde es versuchen ...

Liebe Grüße
Babs
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Beitragvon Goldi am So Mär 18, 2012 9:20 pm

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Liebe Babs,

also wenn ich ehrlich bin, ich find´s Klasse, dass Du so ehrlich bist, und ich denke mal, dass, das einfach DEINE Art ist, mit Menschen unzugehen, Dir Gedanken zu machen, uns, und den Menschen mit denen Du lebst, mit Deinen Antworten und Gedanken zu bereichern, man hat, insbesondere wir, haben ja auch unsere Probleme, und ich freue mich, dass es Dich gibt.
Liebe Babs, bitte bleib so wie Du bist, auch wenn Dich so manche Verkäuferin, oder wer auch immer ärgert, sie wissen ja nicht, was Du durchmachst, und denken sich einfach nichts dabei.
Viele Menschen sind so griesgrämig, unfreundlich und meckern rum, lass es uns denen NICHT nachmachen :wink:
Eine schöne Woche, hier bei uns kommt die Sonne nächste Woche wieder, darauf freu ich mich sooooooooooo sehr.
Ich grüße Dich, und Loewe, meine Moniiii und all die anderen.
Je intensiver man lebt, desto deutlicher sieht man,
dass die einfachen Dinge, die wahrhaft Größten sind.
Goldi
 
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Beitragvon loewe am Mo Apr 09, 2012 1:49 pm

Titel: Re: Unsere Mitmenschen ...

Hallo Ihr Lieben -
an alle "Neuen" und besonders an die "Alten"

Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder eingeklinkt.
Ich habe besonders anstrengende Monate hinter mir: wir (mein Mann und ich) sind
umgezogen. Das kostete allerhand Kraft und "Trennungsschmerz"-
Wir sind aus einem Haus mit Garten in eine kleinere Wohnung mit Balkon umgesiedelt.
Die Wohnung ist barrierefrei und pflegeleicht. Die Hausarbeit fiel mir zunehmend
schwerer,obwohl mein Mann mich sehr unterstützt.
Meine OP ist nun bereits 5 Jahre her und im November sind auch die 5 Jahre für die
Einnahme des Tamoxifen abgelaufen.
Außer, daß ich seit gut 2 Jahren mit einem Lymphödem leben muß, geht es mir (mit
kleinen Ausnahmen) gut.
Ich denke noch oft an alle, die mich bei curado in der schlimmen Zeit begleitet haben
und ich mich mit den Sorgen nicht allein fühlte.
Vergessen kann ich auch nicht Brigitte, mit der mich eine besondere Freundschaft
verband. Einige von Euch haben sie ja auch kennengelernt.

Ich grüße alle, die mich noch kennen -
und alle Neuen, die Rat und Hilfe bei curado suchen.
Liebe Grüße von loewe
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