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Umgang mit COPD Diagnose

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Beitragvon sedaris am Mo Jul 11, 2011 6:21 pm

Titel: Umgang mit COPD Diagnose

Hallo Ihr Lieben,
ich bin 33 Jahre alt und bei mir wurde vor 2 Jahren COPD III-IV diagnostiziert.
Ich bin 50% schwerbehindert.
So - und es geht mir eigentlich ganz gut. Ich habe keinen Husten, keinen Auswurf & auch meine Atemnot hält sich noch in Grenzen.
Vor ca 1 Monat habe ich zum ersten Mal eine COPD Selbsthilfegruppe besucht (wurde mir in der Reha empfohlen). Seitdem geht es mir echt schlechter. Die allgemeine Verwunderung darüber, dass ich noch nie einen Mundpilz hatte, keine blauen Flecken an den Unterarmen usw. hat mich wirklich geschockt.
Geraten wurde mir: nicht mehr zu grillen, nicht mehr mit Holz zu heizen, kein parfüm, kein Deo, kein Nagellackentferner....
Ach und: ne, ne ich hätte bestimmt keine COPD III-IV, dafür wär ich zu jung und säh noch "zu gut aus"...
Also, wenn ich bis jetzt noch keine Angst vor der Zukunft hatte, dann bekomme ich sie gerade.
Wenn ich dann noch höre, COPD wäre keine Krankheit, sondern ein Geschenk - weil jetzt ja alles viel langsamer & bewusster läuft... tschuldigung, aber da bleibt mir die Luft weg!

Medikamentös bin ich super eingestellt.
Ich rauche nicht.
Ich gehe (und das gerne) noch arbeiten.

Mir ist schon klar, dass es wohl wenig positives an der COPD finden kann, aber auch im Internet, wo ich mir etwas Hoffnung & Trost erhofft habe, finde ich fast nur Beiträge, die Angst machen.
Vielleicht gehe ich zu blauäugig an die Sache heran oder habe "Glück im Unglück", wer weiss das schon?!
Sehr würde ich mich freuen, wenn ich hier lesen könnte, dass andere ähnliche Erfahrungen haben und/ oder jemanden kennenzulernen, der auch so jung wie ich an COPD erkrankt ist.
sedaris
 
Beiträge: 2
Registriert: Mo Jul 11, 2011 6:05 pm

Beitragvon Evar am Di Jul 12, 2011 9:53 am

Titel: Re: Umgang mit COPD Diagnose

Hallo Sedaris,
ich bin zwar nicht mehr ganz so jung (57) wie Du, aber mir geht es, Gott sei Dank, auch noch einigermaßen gut (III). Ich kann auch noch arbeiten und das wollte ich auch noch, solange es geht, bin aber 16 Std. sauerstoffpflichtig.
Vielleicht ist es tatsächlich so, dass wir über jeden Tag, den es uns so gut geht, froh sein können und sollten.
Ich nehme meine Medikamente (Spiriva, Symbicort) regelmäßig und bei Bedarf Berodual und versuche, für die Lunge schädliche Einflüsse zu meiden. Ansonsten denke ich nicht ständig darüber nach, was mal sein wird, das weiß ja eh niemand.
Ich glaube, gefährlich sind die ständigen Infekte, die manche haben. Und die meisten COPD ler haben ein Emphysem, ich auch.
Blaue Flecken habe ich am ganzen Körper, ist zwar lästig im Sommer, aber da gibt es Schlimmeres.
Also machen wir uns nicht verrückt und geniessen das Leben.

LG
Eva
Evar
 
Beiträge: 87
Registriert: Di Feb 03, 2009 11:16 am

Beitragvon ente998 am Mi Jul 13, 2011 7:09 am

Titel: Re: Umgang mit COPD Diagnose

Hallo Sedaris
Ich bin zwar schon alt (68) und bei mir wurde vor 9 Jahren COPD und schweres Lugenemphysem diagnostiziert.
Ich bin Altenpflegerin und habe meinen Beruf bis 65 ausgeübt.
Ist echt ein harter Job und Rücksicht nimmt niemand.
Am Anfang hab ich mir keinen Kopf gemacht über COPD. Es ging mir ja gut und ich konnte noch jede Treppe ohne Probleme steigen.
Vor drei Jahren war ich noch Bergwandern (leichte Tour) und von dan an hab ich gemerkt
daß ich schon nach einer kurzen Steigung kaum noch Luft bekam.
Von da an habich mir Gedsanken gemacht und bin dann wieder zum LUFA gegangen
Komischerweise war nach all den Jahren keine Verschlechterung eingetreten.
Ich nehme wie Evar Morgens und Abends Symbicord Mittags Spiriva und für den Notfall Salbutanol.
Ich lebe mein Leben wie bisher.
Geh jeden Tag mit meinem Hund Gassi (je nach Form zwischen 1 1/2 bis 3 Stunden)
Geh 2x in der Woche schwimmen.Im Wasser fühl ich mich am wohlsten
Ich muß zu meiner Schande gestehn, daß ich immer noch rauche. :oops:
Ich weiß nicht wie schlecht es mir gehn muß um aufzuhören.
Ich hab schon alles versucht angefangen von Pflaster, Kaugummi, Nicorette, Medikamente
Akupunktur und Hyphnose. Nichts hat geholfen :cry:
Man hat schon gewisse Einschränkungen, man muß eben alles etwas langsamer angehn, öfter mal ne Pause machen und vor allen Dingen nicht ständig negativ Denken.
Ich lebe nun schon die ganzen Jahre mit dieser Krankheit und das meines erachtens ganz gut.
Schwer tragen geht natürlich nicht mehr. Zum einkaufen nehm ich das Rad in ermangelung eines Autos.
Ich will Dir damit nur sagen, daß das Leben trotz COPD doch noch sehr sehr lebenswert ist.
Gruß Elisabeth :wink: :)
ente998
 
Beiträge: 47
Registriert: Sa Feb 28, 2009 1:45 pm


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