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Therapien für Lebermetastasen nach Darmkrebs?

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Hallo,
bei meinem Vater (74) wurde im Juli Darmkrebs diagnostiziert. Kurz darauf wurde er erfolgreich operiert. Andere Organe waren laut Ärzte nicht befallen und der Krebs wurde scheinbat früh genug erkannt. Nach der OP bekam er leider eine Lungenembolie mit anschließender 3-wöchiger Reha. Dann kamen die Untersuchungen wegen der nachsorglichen "leichten" Chemo. Allerdings hatte er zu geplantem Beginn der Chemo schon seit 3 Wochen massiven Durchfall, welchen die Ärzte die ganze Zeit als "Darminfekt" wegtaten.
Letzten Freitag hat man ihn dann doch mal vorsichtshalber im KH aufgenommen um das genauer zu untersuchen und stellt nun, heute, fest, daß seine Leber "voller Metastasen" sitzt, und das auch inoperabel sei. Wieviele weiss ich nicht, wie groß auch nicht. Wurde nicht gesagt.
Ab Dienstag soll nun eine "harte" Chemo zum Einsatz kommen um ihm vielleicht noch ein halbes Jährchen mehr zu ermöglichen.
Wie können die vor 10 Wochen noch sagen "alles ok" und jetzt sitzt die Leber voll mit Metastasen? Wachsen die wirklich so schnell?
Was gibt es für aktuelle Therapieansätze, ausser "mit Chemo ein halbes Jahr rausschinden"?
Vielen Dank für Hilfe. Wir verzweifeln grad alle...
Gruß, der Sohnemann
Sohnemann
 
Beiträge: 1
Registriert: Mi Sep 28, 2011 8:54 pm

Sohnemann hat geschrieben:Wie können die vor 10 Wochen noch sagen "alles ok" und jetzt sitzt die Leber voll mit Metastasen? Wachsen die wirklich so schnell?
Was gibt es für aktuelle Therapieansätze, ausser "mit Chemo ein halbes Jahr rausschinden"?

Hallo Sohnemann,

ja, in 10 Wochen kann sich (leider) viel ändern, Dein Vater ist da keine Ausnahme. Zur Standard-Therapie gehört in erster Linie Chemo - vor allem dann, wenn es nicht operiert werden kann. Andere Therapien gibt es zwar auch, sie werden aber nicht überall gemacht und wenn schon, dann eher erst nach mehreren Chemotherapien, die nicht geholfen haben ... Und für diese Therapien ist auch wichtig, wie viele Metastasen schon da sind, wie groß sie sind und wo sie sitzen (z.B. alle "zusammen" in einer Leber-Ecke oder in der ganzen Leber).

Radiofrequenzablation (RF-Ablation):
Durch kleine Hautschnitte wird ein Instrument zu den Metastasen vorgeschoben. Das Instrument erzeugt ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld, durch das das Tumorgewebe erwärmt und zerstört ("verkocht") wird. Das abgestorbene Gewebe wird anschließend vom Körper abgebaut. Als Obergrenze für die Größe der einzelnen Tumorherde gilt ein Durchmesser von 5 cm. Bei größeren Herden muss auf andere Verfahren zurückgegriffen werden.

Laser-induzierte Thermotherapie (LITT):
Das Verfahren ähnelt dem der RF-Ablation. Zur Erwärmung des Gewebes wird jedoch Laserlicht eingesetzt. Auch für die LITT gilt eine Obergrenze von 5 cm für behandelbare Metastasen.

Kryotherapie:
Die Kryotherapie ähnelt den beiden vorgenannten Verfahren. Die Zerstörung des Tumorgewebes erfolgt jedoch nicht mit Wärme, sondern mit Kälte. In der Regel wird dafür auf flüssigen Stickstoff zurückgegriffen, der -196 °C oder noch kälter ist.

Für größere Zahl von Metastasen - Transarterielle Chemoembolisation (TACE):
Bei der TACE wird von der Leiste aus ein Katheter in die Arterie vorgeschoben, die die Leber mit Blut versorgt. Diese Arterie teilt sich in der Leber in zwei Äste, die unabhängige Leberbereiche versorgen. Innerhalb einer Behandlungssitzung schiebt der Arzt den Katheter in jeweils nur einen der Äste vor. Dort wird ein Zellgift (Zytostatikum) freigesetzt. Anschließend verstopft der Arzt diesen Leberarterienast mit speziellen Kunststoffkügelchen, um die Tumorabsiedelungen von der Versorgung mit Sauerstoff abzuschneiden. Nach einem Intervall von sechs bis acht Wochen kann der zweite Leberarterienast behandelt werden. Mit der TACE lassen sich auch viele kleine Absiedelungen in der Leber behandeln. Die Gabe des Chemotherapeutikums direkt in die Leber schont den Körper und erlaubt deshalb eine höhere Dosierung.

Selektive interne Radiotherapie (SIRT):
Das Vorgehen ähnelt der Behandlung durch Chemoembolisation. Anstelle eines Zellgiftes werden jedoch kleine Kügelchen, die das radioaktive Element Yttrium-90 enthalten, in die Leberarterie gespritzt. Hier erfolgt eine Behandlung der gesamten Leber zum gleichen Zeitpunkt. Die Kügelchen bleiben in den feinen Arterien hängen, die die Leber und die Tumorherde mit Blut versorgen. Die Strahlung von Yttrium-90 reicht im Gewebe nur etwa 1 cm weit. Daher dringt keine Strahlung aus dem Körper nach außen, und besondere Strahlenschutzmaßnahmen müssen nicht ergriffen werden.

Bei diesen Methoden handelt es sich um neue Methoden (es sind keine Standard-Therapien!), die (noch) nicht überall durchgeführt werden können. Die "üblichen" Verfahren sind OP und vor allem Chemo.

Gruß
Babs
Wunder gibt es immer wieder. Man muss nur an sie glauben. Und das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen ...
Babs
 
Beiträge: 1021
Registriert: Di Jun 26, 2007 9:38 am
Wohnort: Stuttgart

Guten Abend,

mich interessiert, ob ihr Vater noch lebt und wenn er lebt, wie er die Chemo vertragen hat.

Gruß
Michel44
Michel44
 
Beiträge: 2
Registriert: Mo Apr 09, 2012 6:48 pm


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