Aktuelle Infos zum Thema Brustkrebs

Hier erhalten Sie Informationen zu klinischen Studien, Krankheitsbildern, möglichen Therapien und neuesten Forschungserkenntnissen:

Zu den Brustkrebs Informationen

tamoxifen und Gnrh zusammen?

Moderatoren: Moderator, Moderator, Moderator, Moderator

Beitragvon leatim am Mi Okt 19, 2011 5:04 pm

Titel: tamoxifen und Gnrh zusammen?

Hallo....

ich habe heute noch ein Schreiben der Klinik in der ich operiert worden bin bekommen.Bei Therapie stand Tamoxifen und bei großem Sicherheitsbedürfnis der Patientin auch Therapie mit GrnH???
Hat das jemand hier so gemacht? Macht das Sinn oder ist das zuviel?
Lg jutta

:?:
•Lerne aus der Vergangenheit, träume von der Zukunft, lebe in der Gegenwart•
leatim
 
Beiträge: 12
Registriert: Mi Sep 28, 2011 11:47 am

Beitragvon birgitt am Mi Okt 19, 2011 6:11 pm

Titel: Re: tamoxifen und Gnrh zusammen?

Liebe Jutta, ich habe mich mal "schlau" gemacht, weiß aber nicht ob die Kopie bei Dir ankommt?
Alles Gute
Birgitt
[url]

.
GnRH-Analoga

Die Zellwucherung bei den meisten Mammakarzinomen, egal ob Tumor oder Metastase, benötigt für ihr Wachstum bestimmte Hormone. Diese Hormone, sogenannte Östrogene, werden vom weiblichen Körper vor den Wechseljahren hauptsächlich in den Eierstöcken produziert
GnRH-Analoga sind künstlich hergestellte Hormone, die die Bildung dieser Östrogene verhindern, indem sie die Ausschüttung der Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikel stimmulierndes Hormon) aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) hemmen. Diese Hormone sind für das Heranreifen der Eizellen in den Eierstöcken verantwortlich, währenddessen auch die Produktion von Östrogen stattfindet.

Da mit der Verwendung des GnRH-Analoga kein LH und kein FSH mehr von der Hirnanhangdrüse produziert wird und zu den Eierstöcken gelangt, findet auch die Heranreifung der Eizellen und die damit verbundene Östrogenproduktion nicht mehr statt. Die Krebszellen werden daraufhin nicht mehr mit Östrogen versorgt und deshalb in ihrem Wachstum gebremst. Die körpereigene Abwehr wird mit solchen „gebremsten“ Krebszellen weitaus leichter fertig und kann ihre Ausbreitung im Körper eindämmen.




Über die oben dargestellte Wirkung hinaus, wird ein direkter Einfluss der GnRH-Analoga auf die Tumorzellen diskutiert. Bei in-vitro-Versuchen mit menschlichen Brustkrebszellen wurde ein wachstumshemmender Effekt der GnRH-Analoga festgestellt, der durch den Nachweis von spezifischen GnRH-Rezeptoren an den Krebszellen erklärt werden kann.

Nebenwirkungen
GnRH-Analoga werden seit 1990 in Deutschland zur Behandlung des Mammakarzinoms bei Frauen vor der Menopause eingesetzt. Seitdem wurden mehrere Zehntausend Frauen damit behandelt.
Nebenwirkungen, wie sie von chemotherapeutischen Behandlungen bekannt sind, z.B. Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall treten bei der Behandlung mit GnRH-Analoga normalerweise nicht auf.

Durch die Hemmung der Östrogen-Produktion bleibt ein bis zwei Monate nach Beginn der Therapie normalerweise die Regelblutung aus. Wechseljahre und Menopause werden also künstlich herbeigeführt. Dementsprechend sind die Nebenwirkungen, die während einer GnRH-Agonisten-Therapie auftreten können, typische „Wechseljahrsbeschwerden“, wie beispielsweise Hitzewallungen und Schweißausbrüche.
Solche Nebenwirkungen müssen aber bei Ihnen nicht auftreten, genauso wie viele Frauen keinerlei Wechseljahrsbeschwerden haben, wenn ihr Körper auf natürlichem Weg die Östrogenproduktion einstellt.

Begriffserklärungen
Wenn Sie sich noch an anderer Stelle über Krebstherapie informieren, so werden Sie anstelle von GnRH villeicht den Begriff „LHRH“ finden. Damit ist im Prinzip dasselbe Hormon gemeint. GnRH steht für „Gonadotropin Releasing Hormon“, was soviel bedeutet wie „Hormon, das Gonadotropine freisetzt“ (engl. release=freisetzen). Gonadotropin ist jedoch ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Hormonen. Zu dieser Gruppe gehören LH (Luteinisierendes Hormon), FSH (Follikelstimulierndes Hormon) und LTH (Luteotropes Hormon). In Zusammenhängen, bei denen es vor allem um die Freisetzung von LH geht wird dann das GnRH auch als LHRH (LH Releasing Hormon) bezeichnet, also das „Hormon, das das Luteinisierende Hormon freisetzt“.



Mehr zum Thema

Spezialwissen Funktionsweise der Eierstöcke während des Menstruationszyklus und Auswirkungen von Chemotherapie und GnRH-Agonisten auf die Eierstöcke

mehr...

ZEBRA-Studie
Die ZEBRA Studie vergleicht eine 6monatige CMF-Chemotherapie mit einer 2jährigen GnRH-Agonisten Therapie in der adjuvanten Situation
mehr...












































[/url]
birgitt
 
Beiträge: 502
Registriert: Mi Mär 26, 2008 4:45 pm
Wohnort: Mannheim

Beitragvon leatim am Do Okt 20, 2011 7:59 am

Titel: Re: tamoxifen und Gnrh zusammen?

Danke für Deine Mühe,Birgitt....ich hatte auch gegoogelt,aber ich frage mich ob man dann beides gleichzeitig macht?Habe erst am 7 November wieder einen Termin bei meiner FA.
Mal sehen ob die was dazu sagen kann?!
Klar ist mein Sicherheitsbedürfnis groß :roll:
Lg Jutta
•Lerne aus der Vergangenheit, träume von der Zukunft, lebe in der Gegenwart•
leatim
 
Beiträge: 12
Registriert: Mi Sep 28, 2011 11:47 am

Beitragvon Katinka am Do Okt 20, 2011 11:51 am

Titel: Re: tamoxifen und Gnrh zusammen?

Es wird sehr häufig beides zusammen gemacht, also eine gängige Therapie. Die Spritzen - entweder einmal alle vier Wochen oder einmal alle drei Monate - legen deine Eierstöcke lahm, das Tamoxifen verhindert dass noch weitere herumschwirrende Östrogenteilchen sich an die Zellen setzen können (ist jetzt alles gaaanz vereinfach gesagt) und damit sollen die möglichen überlebenden Krebszellen ausgehungert werden (no dope no hope...)
Ich habe die Kombi selbst über fast fünf Jahre gehabt, bekomme jetzt immer noch die Spritzen zusammen mit einem Aromatasehemmer. Du wirst künstlich in die Wechseljahre geschickt, wie die Nebenwirkungen damit aussehen schwankt von Frau zu Frau, von sehr stark bis gut integrierbar (ich gehöre zum Glück zur zweiten Gruppe). Ich selbst empfinde die Medikamente als sicher um den Krebs eins auf die Birne zu geben. Wie hoch sind denn deine Hormonrezeptoren?
Ich wünsch dir was, lieber Gruß Katinka :wink:
Katinka
 
Beiträge: 147
Registriert: Di Jul 08, 2008 4:11 pm


Zurück zu Brustkrebs

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Kliniken in Ihrer Nähe

Ohne Rezept - ohne Risiko?

Mehr als die Hälfte aller Medikamente können rezeptfrei gekauft werden. Gerade in diesen Fällen ist das geflügelte Wort: "Fragen Sie Ihren Apotheker" besonders wichtig, denn was wirksam ist, kann auch unerwünschte Wirkungen haben oder andere Medikamente beeinflussen.

Sehstörung durch Zucker-Schwankung

In den ersten drei bis sechs Monaten nach Beginn einer Insulintherapie sollten sich Diabetiker keine neuen Brillengläser anpassen lassen. Den Grund erläutert die Diabetologin Dr. Petra Ott aus Dippoldiswalde im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber".

Erst zuckerkrank, dann dement?

Wer an Diabetes leidet, entwickelt im Alter eher eine Demenz als Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Das hängt zum einen damit zusammen, dass hohe Zuckerspiegel auf Dauer die Blutgefäße im Gehirn schädigen. Zum anderen gibt es Hinweise darauf, dass das Zucker-Hormon Insulin auch die Arbeit der Gehirnzellen direkt beeinflusst. Möglicherweise können auch häufige, schwere Unterzuckerungen eine Demenz fördern, da Zucker für die Gehirnzellen die wichtigste Energiequelle ist.

Trügerische Schönheit

Buchsbaum, Oleander, Ilex, Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Goldregen, Alpenrose - nur eine kleine Auswahl der Gartenpflanzen, deren Blüten oder Blätter gefährliche Stoffe beinhalten. Erwachsene sind in aller Regel ohnehin nicht gefährdet, deren Pflanzenteile zu essen. Eltern sollten aber genau wissen, was in ihrem Garten wächst. Wenn plötzliche Übelkeit bei einem Kind nahelegt, dass es draußen genascht haben könnte, hilft es dem Giftnotruf, wenn die Experten wissen, was infrage kommen kann.

Meine Gesundheit ist auch meine Sache

Für ihre Gesundheit können Menschen einiges selbst tun. Gesundheitspolitiker, Mediziner und Krankenkassenvertreter werden nicht müde, dies immer wieder zu betonen. Entscheidend sind beispielsweise ein gesunder Lebensstil und die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen. Der stete Appell an die Eigenverantwortlichkeit scheint nicht vergeblich.