Schluckstörung nach Schlaganfall

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Beitragvon hollekeeper am Fr Jan 25, 2008 8:55 am

Titel: Schluckstörung nach Schlaganfall

Hallo,
meine Mutter hatte mit 54 einen Schlaganfall und ist jetzt schon seit fünf Monaten in Reha. Sie kann nicht richtig schlucken und wird über eine Magensonde ernährt. Von 10 Schluckversuchen klappen etwa 4-6. Sie merkt auch schon wenn etwas in die Lunge gerät und muss dann husten. Gestern wurde nun eine Untersuchung mit einer Kamera gemacht wo der Schluckvorgang beobachtet wurde und die Ärzte haben dann gesagt, dass das mit dem Schlucken noch nicht so gut funktioniert, worauf meine Mutter mit dem Thema Schlucken abgeschlossen hat.
Meine Frage. Wie lange kann so was dauern bis das wieder richtig funktioniert? Kann das durchaus ein Jahr dauern oder muss man sagen, dass wenn es bis jetzt nicht funktioniert, dass das dann auch nie wieder kommt?

Kann mir jemand helfen?
hollekeeper
 
Beiträge: 1
Registriert: Fr Jan 25, 2008 8:48 am

Beitragvon sasisa am Mi Jan 30, 2008 1:31 pm

Titel: nicht aufgeben!

Hallo!
Also wenn ein Schlaganfall auch nur eins lehrt, dann "niemals aufgeben"!
Mein Vater (62) hatte heute vor einem Jahr einen schweren Insult und die Prognosen waren furchtbar! Der Infarkt war so groß, daß ich ihn als Laie auf dem Röntgenbild sofort erkannt habe. Folgen: Halbseitenlähmung rechts + Aphasie (Verlust der Sprache)! Eigentlich müßten wir heute Geburtstag feiern, denn wenn wir sehen, mit welchem Willen und Kampf er sich bis hier hin gekämpft hat - darauf hätte keiner einen Cent gewettet!
Er kann wieder einige Schritte gehen und die Spastik im rechten Arm läßt nach. Sprache - na ja! Wir kommunizieren mit "ja"/"nein" und per " Aus-
schlussverfahren".
Wir sind uns aber sicher, dass nicht nur ein Jahr ausreicht, um zurückzukommen! Und sicher ist nur, dass es nicht zu 100% wieder so sein kann wie früher. Aber das Leben lohnt auch so!
Im Übrigen: Ein Freund meines Vaters hatte mit 56 Jahren ca. 3 Wochen vor ihm eine Hirnblutung und mußte bis Ende Oktober 2007 über eine Sonde ernährt werden (zusätzlich) - jetzt geht es ohne!!! Bitte sag Deiner Mutter, sie soll nicht aufgeben - jeder Mensch ist anders und hat auch ein anderes "Lerntempo" (sieht man doch schon bei Kindern...)! Laßt Euch nicht entmutigen und übt fleißig weiter. Am Besten kümmert Ihr Euch bereits jetzt um einen Platz bei einer Logopädin für die Zeit nach der Reha - die sind meist sehr voll und gerade bei Schluckbeschwerden sollte hier intensiv weiter gearbeit werden.
Sorry für soviel Text, Grüße - bettina
sasisa
 
Beiträge: 14
Registriert: Do Aug 02, 2007 4:36 pm
Wohnort: Ispringen

Hallo!
Mein Vater hatte im Oktober auch einen Schlaganfall. Bis jetzt wurde er immer mit einer Sonde ernährt und die Untersuchung hat ergeben, dass es mit dem Schlucken noch nicht richtig klappt. Die Logopädin probiert es immer mit Tee. Meist jeden zweiten Tag. Aber was können wir (Angehörigen )noch mit ihm machen. Gibt es überhaupt Hoffnung. Mein Vater hat auch riesige Probleme mit der Lunge. Warscheinlich aspiriert er einen Teil des Speichels. Bitte antwortet mir.
Wer kann mir Mut machen oder Tipps geben. Gibt es außer der normalen Reha auch noch Therapiemöglichkeiten die hier helfen? Oder Spezialkliniken?

Bitte antwortet
Danke
sonnenschein1
 
Beiträge: 1
Registriert: Mo Jan 11, 2010 11:06 am

Beitragvon peki am Di Jan 12, 2010 10:54 pm

Titel: Re: Schluckstörung nach Schlaganfall

Ich stehe seit Sommer 2007 vor demselben Problem mit meiner Mutter (heute 86 Jahre alt). Sie hatte einen Schlaganfall, bei dem unter Anderem das Sprachzentrum und die Schluckreflexe betroffen wurden. Sie bekam damals eine Magensonde, über die sie auch bis heute noch ernährt wird zum Glück mit einigen Unterbrechungen. Nach ca. 3 Monaten konnte sie wieder fast normal essen dank Therapie, aber nur unter Aufsicht, damit sie nichts aspiriert. Anfangs habe ich im Reformhaus ein Mittel zum Andicken gekauft und in den Tee gegeben, dasselbe bei allen Getränken. Aber man muss sehr sensibel sein, denn diese Konsistenz ist sehr ungewohnt für Geträke und sie löschen dann auch nicht sonderlich den Durst.
Im Pflegeheim hat man sie dann doch alleine sitzen lassen und sie hat sich verschluckt - wieder die Ernährung über die Sonde. Zu meiner Mutter kommt auch 2 mal wöchentlich die Logopädie. Aber das genügt leider nicht, wenn das Personal im Pflegeheim nicht mitspielt. Es ist natürlich viel einfacher, die Nahrung über die Sonde zu geben, als eine halbe Stunde pro Mahlzeit neben dem Patienten zu sitzen. Aber meine Mutter möchte essen, es ist doch häufig das Einzige, was die alten Leutchen noch haben. Dann werden sie ungehalten, wenn die anderen Würstchen essen und sie bekommen nichts. Es ist wirklich schlimm, wenn sich das Personal auch wegen der Sprachstörung keine Zeit nimmt meine Mutter zu verstehen. Das Schlimme ist, das meine Mutter alles mibekommt und noch lange nicht das Leben aufgegeben hat.
Leute, die sich nicht normal äußern können, werden anscheinend automatisch vom Personal als dement angesehen.
Meine Tips sind
-erst mal alle Nahrung in Breiform verabreichen, Flüssigkeiten andicken
-ständigen Kontakt halten zu Therapie und Hausarzt, vielleicht auch mal dem Logopäden einen andere Methode zum Schluckreflex erzeugen besprechen (Kopf nach hinten, nach vorn oder zur Seite drehen, Zitronenstäbchen)
- dafür sorgen, dass der Mund nicht austrocknet und dass der Geschmackssinn nicht verloren geht. Oftmals reicht nur eine kleine Menge von dem, was die Betroffenen gerne essen und es geht ihnen seelisch schon besser.
- viel Beschäftigung und Ablenkung
Es kommt auch viel darauf an, in welchen Gemütszustand der Patient sich befindet. Also immer wieder Mut machen und für Abwechslung sorgen.
Meine Mutter ißt jetzt wieder fast normal. Bin jetzt dabei, wieder die Sondenernährung zurückfahren zu lassen über Hausarzt und Therapeuten.
Also nur Mut, es wird wieder, wenn Körper und Geist mitmachen.
Therapiezentren weiss ich auch leider nicht. Vielleicht mal eine Frage an die Profis.
Viele Grüße von Petra
peki
 
Beiträge: 1
Registriert: Di Jan 12, 2010 9:35 pm


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