von peki am Di Jan 12, 2010 10:54 pm
Ich stehe seit Sommer 2007 vor demselben Problem mit meiner Mutter (heute 86 Jahre alt). Sie hatte einen Schlaganfall, bei dem unter Anderem das Sprachzentrum und die Schluckreflexe betroffen wurden. Sie bekam damals eine Magensonde, über die sie auch bis heute noch ernährt wird zum Glück mit einigen Unterbrechungen. Nach ca. 3 Monaten konnte sie wieder fast normal essen dank Therapie, aber nur unter Aufsicht, damit sie nichts aspiriert. Anfangs habe ich im Reformhaus ein Mittel zum Andicken gekauft und in den Tee gegeben, dasselbe bei allen Getränken. Aber man muss sehr sensibel sein, denn diese Konsistenz ist sehr ungewohnt für Geträke und sie löschen dann auch nicht sonderlich den Durst.
Im Pflegeheim hat man sie dann doch alleine sitzen lassen und sie hat sich verschluckt - wieder die Ernährung über die Sonde. Zu meiner Mutter kommt auch 2 mal wöchentlich die Logopädie. Aber das genügt leider nicht, wenn das Personal im Pflegeheim nicht mitspielt. Es ist natürlich viel einfacher, die Nahrung über die Sonde zu geben, als eine halbe Stunde pro Mahlzeit neben dem Patienten zu sitzen. Aber meine Mutter möchte essen, es ist doch häufig das Einzige, was die alten Leutchen noch haben. Dann werden sie ungehalten, wenn die anderen Würstchen essen und sie bekommen nichts. Es ist wirklich schlimm, wenn sich das Personal auch wegen der Sprachstörung keine Zeit nimmt meine Mutter zu verstehen. Das Schlimme ist, das meine Mutter alles mibekommt und noch lange nicht das Leben aufgegeben hat.
Leute, die sich nicht normal äußern können, werden anscheinend automatisch vom Personal als dement angesehen.
Meine Tips sind
-erst mal alle Nahrung in Breiform verabreichen, Flüssigkeiten andicken
-ständigen Kontakt halten zu Therapie und Hausarzt, vielleicht auch mal dem Logopäden einen andere Methode zum Schluckreflex erzeugen besprechen (Kopf nach hinten, nach vorn oder zur Seite drehen, Zitronenstäbchen)
- dafür sorgen, dass der Mund nicht austrocknet und dass der Geschmackssinn nicht verloren geht. Oftmals reicht nur eine kleine Menge von dem, was die Betroffenen gerne essen und es geht ihnen seelisch schon besser.
- viel Beschäftigung und Ablenkung
Es kommt auch viel darauf an, in welchen Gemütszustand der Patient sich befindet. Also immer wieder Mut machen und für Abwechslung sorgen.
Meine Mutter ißt jetzt wieder fast normal. Bin jetzt dabei, wieder die Sondenernährung zurückfahren zu lassen über Hausarzt und Therapeuten.
Also nur Mut, es wird wieder, wenn Körper und Geist mitmachen.
Therapiezentren weiss ich auch leider nicht. Vielleicht mal eine Frage an die Profis.
Viele Grüße von Petra