von Marcel81er am Mo Mär 15, 2010 11:51 pm
Hallo , dieser beitrag könnte etwas länger werden ich bitte im voraus um Entschuldigung.
Ich möchte mich auch gern Vorstellen, mein Name ist Marcel und ich bin 28, ich bin zwar nicht direkt von der COPD betroffen aber ich bin ein Angehöriger ... !
Vor ca. 10 Jahren bekam mein Vater eines morgens schlagartig keine Luft mehr, er machte sich trotz alle dem eine Zigarette an und rief irgendwann die letzte benutzte Nummer in seinem Handy an. Dies war eine Bekannte, ihr teilte er mit das er keine Luft mehr bekommen würde und Hilfe bräuchte. Sie rief den RTW und begab sich selber sofort auf den weg zu meinem Dad.
Im konnte an diesem Tag geholfen werden, und er hörte sofort auf mit Rauchen.
Seit diesem Ereignis änderte sich sein und auch mein Leben. Wir wohnten zusammen und ich konnte es mir nicht verzeihen das ich an diesem Tag nicht da war um ihm zu helfen.
Ich war der letzte der erfuhr was passierte und war der erste an seinem Bett im Krankenhaus, ich habe mir geschworen, und ihm versprochen ab sofort für Ihn da zu sein.
Im Laufe der Jahre gab es einige solcher Fälle wo er entweder von sich aus in die Klinik ist weil er gemerkt hat, es wird nichts mehr ohne Ärztliche Hilfe oder ich den RTW rufen musste.
Diesen Freitag also den 12.3.10 bin ich wie immer Morgens 7 Uhr mit unserem Hund Gassi gegangen, nach ca. 20 Minuten war ich von der Runde zurück, alles schien gut zu sein, nach einem ca. 5 minütigem Gespräch verabschiedete ich mich in mein Zimmer wo ich mich noch einmal auf die Couch legte und kurz darauf wieder einschlief.
Um ca. 8:15 Uhr wurde ich durch das klingeln meines Handys geweckt.
Kurz zur Erklärung, ich bin seit Geburt an Schwerhörig und höre nur auf einem Ohr und dort auch leider nur ca. 80% des normalen Hörwertes.
Als ich also aufgesprungen bin um an mein Handy zu gehen sah ich das mein Dad mich anrief und ich schon ein paar verpasste anrufe hatte. Im halbschlaff begriff mein Körper das etwas nicht stimmt und ich ins Wohnzimmer gehen sollte. Ich ging also und sah das elend. Mein Dad stand japsend vor der offenen Balkon Tür und versuchte vergebens ein bisschen Sauerstoff oder Luft zu bekommen. Mit dem Handy fest im Griff versuchte er mir etwas zu sagen doch er brachte nur ein jammern raus welches ich nie wieder in meinem Leben vergessen werde.
Ich rief den RTW und meldete einen COPD Patienten der mein Vater ist, in Not, Glücklicherweise dauerte es diesmal „nur“ 10 Minuten bis endlich jemand eintraf.
Nach der Erstversorgung nahm mich der Doc zur Seite und meinte das hätte schief gehen können.
Heute nun nach dem mein Dad so einiger maßen wieder auf dem Dampfer ist weiß ich das er ca. 40 min. versucht hat Hilfe zu rufen über mich, und ich habe dies nicht gehört. Dafür schäme ich mich ungemein auch wenn ich eigentlich nicht wirklich etwas dafür kann aber die vorwürfe bleiben.
Gruß Marcel