PFO und Vorhofseptumaneurysma

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Beitragvon recaco am Do Aug 16, 2007 10:44 am

Titel: PFO und Vorhofseptumaneurysma

Ich bin 39 Jahre alt und hatte im März 07 einen leichten Schlaganfall. Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass ich ein mittelgrosses PFO und Vorhofseptumaneurysma habe. Seitdem nehme ich Marcumar. Leider sind sich die Ärzte über eine weitere Therapie nicht einig. Verschluß mittels Schirmchen oder Therapie mit ASS? Hat irgendjemand Erfahrungen diesbezüglich? Hat jemand so einen Verschluß machen lassen? Wo? Wo sitzen die Spezialisten? Würde mich sehr über Nachrichten freuen! :D
recaco
 
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Beitragvon Hajo am Do Aug 30, 2007 2:00 pm

Hallo,
ich habe vor mir vor 2 Jahren das Schirmchen setzen lassen. Allerdings nehme ich zusätzlich ASS, später mal Marcumar, da ich noch 2 negative Gerinnungsfaktoren geerbt habe. komme damit gut zurecht. Arbeite noch voll.
Gemacht wurde das im Herzkatheter-Labor der Uni-Mainz. Meines wissens auch in Frankfurt und Aachen. Zur Zeit läuft an den Kliniken eine Langzeitstudie zu Schirmchen.
Ich habe neulich mal danach gegoogelt und gelesen, das sich die Experten darüber streiten, ob das notwendig ist.
Ich wollte für mich dieses Risiko ausschließen, darum habe ich mich entschieden es machen zu lassen. Das Setzen dauert ca. 3 Tage Klinik, anschließend ca. 2 Wochen AU. Es folgen noch weitere Nachuntersuchungen, ob das Schirmchen richtig sitzt.

Gruß hajo
Ein Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen.
Hajo
 
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Beitragvon recaco am Mo Sep 03, 2007 10:43 am

lieber hajo, vielen dank für deine email. hast du das schirmchen unter vollnarkose oder örtlicher betäubung bekommen? hab panische angst vor dem einsetzen...
recaco
 
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Beitragvon Willi_Daniels am Mi Sep 12, 2007 6:20 am

Hallo recaco,

sicherlich ist die Situation und sind die Umstände bei jedem anders. Wie man immer wieder in Foren lesen kann, sind die Personen die sich für einen Verschluss entschieden haben, zufrieden und fühlen sich sicher.

Dennoch möchte ich die positive Denkweise wenn es um den Verschluss des offenen Foramen ovale geht ein wenig dämpfen.

Das genaue Rezidivrisiko nach einer paradoxen Embolie bei PFO bei unbehandelten Patienten ist weiterhin unklar. Das derzeitige Wissen ergibt sich aus kleinen unkontrollierten und zumeist retrospektiven Fallserien, in denen die Patienten mit Thrombozytenfunktionshemmern oder – weniger häufig – mit oralen Antikoagulanzien behandelt worden waren.

Anhand dieser Daten liegt das Rezidivrisiko mit 3-4% pro Jahr nach Medikamentation zunächst relativ hoch. Hierbei machen jedoch transitorische ischämische Attacken (TIA) den größeren Anteil aus; die Hirninfarktrate lag bei nur 1–2% pro Jahr.

Der kardiochirurgische Verschluss eines Vorhofseptumdefektes ist ein ausgereiftes Verfahren, das heutzutage bei jungen Patienten zwar mit relativ niedriger operativer Mortalität und Morbidität durchgeführt werden kann, jedoch trotzdem alle Komplikationsmöglichkeiten der Thorakotomie und der offenen Herzoperation beinhaltet. Zum operativen PFO-Verschluss als Sonderfall dieses Eingriffs existieren bislang nur kleine unkontrollierte Fallserien. Dabei traten zwar wenig Komplikationen und keine Todesfällen auf, die Rezidivraten variierten jedoch stark (0% und 19,5%).

Der kathetertechnische Verschluss bietet den Vorteil der geringeren Invasivität und erspart dem Patienten das Operationstrauma und eventuell die Allgemeinanästhesie. Dennoch sind auch hier Komplikationen beschrieben, die Dislokationen und Embolisationen des Systems, schwere Herzrhythmusstörungen, Perikardtamponaden, Vorhofperforationen, Infektionen und lokale Thrombenbildung umfassen. Es kommen zahlreiche Systeme zur Anwendung, die alle das fehlende Vorliegen von Langzeiterfahrungen gemeinsam haben. Je nach System fanden sich in unkontrollierten Serien ein signifikanter residualer Shunt bei bis zu 14% der Patienten und schwere Komplikationen bei bis zu 10% der Prozeduren. Zudem lag das Rezidivrisiko mit bis zu 3,4% pro Jahr in einem mit den Daten zur medikamentösen Prophylaxe vergleichbaren Bereich.


Fazit ist, daß das Rezidivrisiko annähernd gleich ist. Den Nebenwirkungen der Medikamentation stehen die erwähnten und nicht gerade geringfügigen Komplikationen gegenüber. Es muss also jeder Fall für sich entschieden werden. Ein klares Pro oder Kontra ist anhand dem jetzigen Stand und Auswertung von Studien nicht abzugeben.

Beste Grüße
Willi Daniels
INSULTHILFE E.V. - Wir helfen, wenn andere NEIN sagen!
Willi_Daniels
 
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Beitragvon Moderator am Mi Sep 12, 2007 8:39 am

Hallo Herr Daniels,

im Namen der anderen Teilnehmer möchte ich Sie in unserem Forum willkommen heißen und würde mich über weitere Beiträge von Ihnen sehr freuen.

Gruß

Holger Caspari
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Beitragvon winnie am Mo Aug 11, 2008 4:22 pm

Ich hatte einen Schlaganfall, dessen Folgen glücklicherweise nach einigen wenigen Tagen wieder verschwanden. Dennoch wurde die (anatomische) Ursache in einem angeborenen Herzfehler, einem Loch in der Herzscheidewand gefunden und in Bad Oeynhausen mittels eines ca. 3 cm großen Schirmchens geschlossen. Auch diese (minimalinvasive) Katheteroperation habe ich gut überstanden, die ersten Nachsorgeuntersuchungen ergaben, dass es nach wie vor gut sitzt. Auch zeigten spezielle Blutuntersuchungen keine zusätzlichen Blutgerinnungs-Risikofaktoren. Das Loch hat ein Gerinsel, wo immer es entstanden ist, durchgelassen und somit den Schlaganfall ermöglicht. Dennoch möchte ich nun, nachdem 8 Monate vergangen sind und ich alle Medikamente absetzen konnte , natürlich keine unnötigen Risiken eingehen. Wie steht es in diesem Zusammenhang mit der Einnahme der Pille. Inwieweit kann diese die Bildung von GEerinseln begünstigen oder ist mit dem Verschluss der Lücke zwischen den Vorhöfen und der Behebung der anatomischen Ursache für den Schlaganfall das Risiko auf das "normale" Niveau eines jeden gesunden MEnshcen (sprich einer jeden Frau, die die Pille einnimmt) herabgesetzt ?

Insgesamt kann ich die Klinik in BAd O. nur empfehlen und fühle mich sicherer nach dem EIngriff, als unter Einnahme von MArcomar wie eine tickende ZEitbombe weiter durch das Leben zu laufen. Wissend, einen angeborenen Herzfehler zu haben, dessen Lücke theoretisch jederzeit wieder ein GErinsel bis zum Gehirn durchlassen könnte...
winnie
 
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