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Neuester rkenntnisstand zur Darmkrebstherapie

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Hallo zusammen,

bei meinem Papa wurde Darmkrebs festgestellt. Jetzt frage ich mich, ob die Ärzte, die ihn behandeln, wohl auch Up-to-DAte sind, was den neuesten Erkenntnisstand auf dem GEbiet Darmkrebstherapie angeht. Wer kennt sich da aus??

Freue mich auf jeden noch so kleinen Hinweis,

Evelyn
Evelyn
 
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Hallo Evelyn,

soviel ich weiß, gibt es inzwischen auch so genannte Darmzentren (analog zu Brustzentren für Brustkrebs). Ist Dein Papa in so einem Darmzentrum in Behandlung?

Ansonsten ist Deine Frage zu allgemein. Was willst Du konkret wissen?

Viele Grüße
Babs
Wunder gibt es immer wieder. Man muss nur an sie glauben. Und das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen ...
Babs
 
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Registriert: Di Jun 26, 2007 9:38 am
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Halloo Babs,

nein, er ist nicht in einem speziellen DArmzentrum, sondern hier im ortsansässigen Klinikum gewesen zur Biopsie. Da sollt eich mich wohl mal schlau machen, wo es so ein DArmzentrum gibt hier bei uns in der Nähe.

Zu meiner Frage: Ja, ich möchte natürlich einerseits Gewissheit haben, dass bei meinem Vater diagnostisch und therapeutisch alles nach dem neuesten Wissensstand der Medizin gemacht wird und andererseits interessiert mich auch, ob es darüber hinaus brandheiße Forschung/Studien zu Darmkrebs gibt, wo man vielleicht noch über den Standard hinaus von neuen Erkenntnissen/Therapien profitieren kann.

Hoffe, nun ist es klarer geworden! Freue mich auf Deine Rückmeldung.

Eve
Evelyn
 
Beiträge: 4
Registriert: Mo Okt 05, 2009 3:10 pm

Hallo Evelyn,

zuerst muss ich Dir sagen, dass ich selber nicht an Darmkrebs, sondern an Brustkrebs erkrankt bin, einige allgemeine Informationen sind aber tumorübergreifend.

Ob bei Deinem Vater diagnostisch und therapeutisch alles nach dem neuesten Wissensstand der Medizin gemacht wird, kann man nicht sagen, ohne das Krankenhaus und die Ärzte zu kennen, ohne die genaue Diagnose und die Therapie-Vorschläge zu kennen (TNM, G usw.). Brustzentren gibt es inzwischen überall, Darmzentren sich noch relativ neu, es werden aber auch immer mehr. Dort sind die Ärzte meistens auf dem neuesten Stand. Wenn Dein Vater nicht in einem Darmzentrum ist, sollte er in ein größeres Krankenhaus gehen, eine Uni-Klinik wäre nicht schlecht, kurz gesagt, er soll sich dort behandeln lassen, wo die Ärzte tatsächlich Erfahrung haben und das sind meistens größere Kliniken in größeren Städten.

Krebs ist aber nicht gleich Krebs. Darmkrebs beim Patient A und Darmkrebs beim Patient B sind meistens zwei verschiedene Krankheiten und werden deshalb auch anders behandelt. Zu jedem Krebs gibt es aber konkrete Leitlinien, wie er behandelt werden soll: OP? Chemo? Bestrahlungen? Antikörper?

Nach der Biopsie muss Dein Vater eine detaillierte Diagnose bekommen. Wichtig sind hier die TNM-Klassifikation, Grading, Stadium - die Therapie hängt davon ab. Und dann bekommt er auch einen Therapievorschlag.

Übrigens, Forschung/Studien gibt es zu jeder Krebsart, auch zu Darmkrebs, ob Dein Vater sich für irgendeine Studie qualifiziert, hängt von der detaillierten Diagnose, von der vorgeschlagenen Therapie und auch davon, ob das Krankenhaus daran teilnimmt (das ist nicht automatisch).

Wenn Du mal Zeit hast, kannst Du die einzelnen Themen zu Darmkrebs lesen, hier kannst Du viele nützliche Informationen finden.

Viele Grüße
Babs
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Babs
 
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Registriert: Di Jun 26, 2007 9:38 am
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Liebe Babs,

ich merke schon: Wir stehen noch ganz am Anfang. Werde gerne Deine Ratschläge befolgen und mich a) schlau machen (habe hier schon eine Menge gelernt inzwischen), b) ein Darmkrebszentrum suchen und c) mich mal um eine ganz genaue Diagnose kümmern. Man erfährt ja von den Ärzten erstmal nichts Konkretes - das ist zum Verzweifeln. Oder meinst Du, das ist schon ein schlechtes Zeichen? Ich muss da genauer nachfragen und dann informiere ich Dich/Euch. Vielleicht kommen wir dann noch weiter. Du hast schon REcht: Es gibt anscheinend fast für jeden Einzelfall auch eine spezielle Therapie. ein Schritt nach dem anderen, das ist im Moment schwer. Ich danke dir erstmal für Deine Unterstützung. Wenn ich meine "Hausaufgaben" erledigt habe, bin ich wieder hier! Sag mal, Babs, wenn die Frage erlaubt ist: Welche Therapien hattest/hast Du und: Hast Du an einer Studie teilgenommen? Das interessiert mich doch brennend, wie das geht. Denn man hört ja so oft, wie gut das für die Patienten ist. Oder kennt sich jmd. anderes mit Studienteilnahmen aus??

Liebe Grüße

Eure Eve
Evelyn
 
Beiträge: 4
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Liebe Eve,

das mit der Diagnose nach der Biopsie dauert ein bisschen. Zuerst müssen die Ergebnisse kommen und dann gibt es eine interdisziplinäre Konferenz, wo mehrere Ärzte (Onkologen, Chirurgen, Radiologen usw.) über die "Fälle" diskutieren und nach richtiger Therapie suchen. Wie viele Tage sind es bei Darmkrebs - das kann ich nicht sagen. Bei Brustkrebs sind es (je nach Krankenhaus) mindestens 3-4 Tage, meistens aber eine Woche (die Konferenz findet meistens 1 x Woche statt) und ich habe auch von 2-3 Wochen gehört.

Der Arzt muss Deinem Vater die genaue Diagnose mitteilen, er muss ihn auch über die vorgesehene Therapie informieren. Nur so kann der Kranke entscheiden, ob er die Therapie macht oder nicht. Und noch was: jeder hat das Recht auf die sog. 2. Meinung. Man kann mit allen Unterlagen zu einem anderen Arzt gehen oder in ein anderes Krankenhaus. Die Untersuchungen werden nicht wiederholt, aber: anhand Unterlagen + Gespräch wird entweder die vorgesehene Therapie bestätigt oder aber auch eine andere vorgeschlagen (mir hat die 2. Meinung geholfen).

Jetzt kurz zu mir: Diagnose April 2004. Operation, danach Chemo, 1 x pro Monat, insgesamt 6 x (also 6 Monate), danach 6 Wochen Bestrahlungen. Weihnachten 2004 war ich mit der Therapie fertig. Dann 3 Jahre Ruhe (2005, 2006, 2007). Januar 2008: es tut sich was. Die Diagnose (eine einzelne, aber riesengroße Metastase in der Leber) erst Ende Mai - schlampige Ärzte! Dass ich jetzt noch lebe, verdanke ich mir selbst, weil ich zu weiteren Ärzten ging und auch meiner Hausärztin, die mir ohne Probleme immer wieder die notwendigen Überweisungen gab. Anfang Juli 2008 Operation - und zwar eben dank der 2. Meinung (ich habe jetzt nur eine kleine Restleber). In "meinem" Brustzentrum wurde mir gesagt, dass die Metastase inoperabel ist. Mir wurde dort eine Studie angeboten (Phase II, nur 150 Patienten weltweit), die ich abgelehnt habe. Das war so eine Studie für Sterbende; ich werde jetzt nichts mehr dazu sagen, nur so: Ich hätte zu wenig Wirkung und zu viel Nebenwirkungen. Die Leber-OP wie gesagt woanders, bei anderen Ärzten. Danach ein Jahr Ruhe. Anfang Juli 2009 weitere Diagnose: in der Restleber gibt es neue (mehrere kleinere) Metastasen. Ab August wieder Chemo (diesmal wöchentlich) und alle 2 Wochen eine sog. Antikörpertherapie.

Ich nehme an keiner Studie teil. Ich bin dagegen. Nicht jede Studie ist automatisch gut und nicht jeder Patient profitiert davon. Generell gilt: in Studien werden neue Medikamente oder neue Kombinationen getestet und Ergebnisse gesammelt, die erst für andere (d.h. zukünftige) Patienten gelten. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Viele Grüße
Babs
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Hallo Babs und alle anderen Mitleser!

Als ich jetzt in München war, bin ich auf ein neues Therapieverfahren gestoßen, das jetzt auch bei Lebermetastasen angewendet wird. Seit April diesen Jahres gibt es eben dort in München ein hochmodernes Protonentherapiezentrum unter Leitung von Dr. Hans Rienecker. Im Netz findet man Infos unter www.rptc.de Da diese Therapie bei uns erst ganz neu ist, gibt es auch keine Erfahrungsberichte. Hast du schon mal was davon gehört?

Liebe Grüße Bibbi!
Bibbi
 
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Hallo Bibbi,

ich habe einen kurzen Artikel in irgendeiner Krebs-Zeitschrift gelesen - weiß aber nicht mehr, in welcher - ich lese mehrere ... :)

Ich erinnere mich nur, dort stand ungefähr so: Manchmal können auch Metastasen mit Hoffnung auf vollständige Heilung bestrahlt werden, vor allem multiple Lebermetastasen nach Dickdarmkrebs.

Und überhaupt, überall wird über Behandlungsmethoden von Lebermetastasen nach Darmkrebs berichtet, von Lebermetastasen nach Brustkrebs wird so gut wie nichts geschrieben und wenn schon, dann heißt es immer: da ist nichts zu machen, nur geringe Chancen für Patienten.

Am Wochenende werde ich mich ganz der von Dir genannten Homepage widmen :mrgreen:

Bibbi, nimmst Du eigentlich an irgendeiner Studie teil :?:

Liebe Grüße
Babs
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Babs
 
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Hallo liebe Babs, liebe Bibbi natürlich auch!

habt Dank für die offenen Worte. Ich kann mir jetzt schon ganz gut vorstellen, warum Du, Babs, nicht für eine Studienteilnahme bist. Das verunsichert mich aber auch ein bisschen, denn ich habe gehört, das Studienteilnehmer ganz besonders gut versorgt würden. Ist man da doch nur vERsuchskaninchen? Was sagst Du denn dazu, Bibbi? Siehst Du das genauso oder kannst Du uns vieleicht auch Positives über eine Studienteilnahme berichten? Ich würde schon gerne wissen, ob es sich lohnen würde, für meinen Papa eine passende Studie zu suchen oder ob wir da besser die Finger davon lassen ....

Eve
Evelyn
 
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Hallo liebe Eve,

in Studien werden entweder neue Medikamente (die noch nicht zum "normalen" Gebrauch zugelassen sind) oder schon bekannte Medikamente, aber in neuen Kombinationen getestet. Die neuen Medikamente oder Kombinationen können helfen, müssen aber nicht. Dass die Studienteilnehmer danach gesund werden - das ist leider nicht automatisch. Die Studien dienen dazu, herauszufinden, welche Medikamente welchen Patienten helfen und welchen nicht. Und von Placebo hast Du bestimmt auch schon gehört, oder? Dass Studienteilnehmer aber ganz besonders gut versorgt würden (= untersucht), das stimmt schon. Die Pharmaindustrie (die ja die Studien finanziert) muss ja erfahren, was für Wirkungen und Nebenwirkungen die Medikamente haben. Deshalb werden die Patienten immer wieder untersucht. Das bedeutet aber u.U. auch, dass etliche Untersuchungen öfter gemacht werden als sonst. Bei der mir vorgeschlagenen Studie sollte ich alle 6 Wochen :!: ein Oberbauch-CT machen lassen (mit beiden Kontrastmitteln) und zwar so lange ich lebe. Das wäre bestimmt nicht lange ... Ist Dir auch bekannt, dass einige Studien abgebrochen wurden, weil sie nicht gerade "gut" für die Studienteilnehmer waren?

Ob es sich lohnen würde, für Deinen Papa eine passende Studie zu suchen ... Du musst zuerst die Diagnose abwarten. Erst dann kann man sagen, ob er sich für irgendeine (laufende) Studie qualifiziert. Für Neuerkrankte ohne Metastasen und ohne oder auch mit befallenen Lymphknoten gibt es mehrere Studien. Für Kranke mit Metastasen eher nicht. Nach Studien kannst Du dort fragen, wo Dein Vater behandelt wird.

Liebe Grüße
Babs
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Babs
 
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Hallo zusammen,

um nochmal auf die ursprüngliche Frage nach den neuesten ERkenntnissen zurückzukommen: Auf dem Krebskongress in diesen Frühjahr wurde ganz klar herausgestellt, dass der Trend in der Krebsmedizin hingeht zu sog. individualisierten Therapien, d. h. man versucht Marker zu finden, die darauf hinweisen, ob der jeweilige Patient bzw. sein Krebs auf ein bestimmtes Medikament reagiert, um so ganz gezielt die vorhandenen Möglichkeiten einzusetzen. Beim fortgeschrittenen, metastasierten DArmkrebs wird z. B. der KRAS-Status geprüft, um festzustellen, ob der Patient auf eine EGFR-Antikörpertherapie ansprechen wird.

Gruß,

Ole
Oleole
 
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