Liebe Forum-Mitglieder,
bei meinem Papa (55 Jahre) wurde 2004 COPD (und ein Lungenemphysem) diagnostiziert, ich habe mich niemals weiter mit der Krankheit auseinander gesetzt, aus Selbstschutz, glaube ich. Nachdem ich meine Eltern am WE besucht habe, habe ich angefangen, im Internet über diese Krankheit zu lesen. Seit dem habe ich höllische Angst und weine jeden Tag! Aber es ist wahrscheinlich gut, mich damit auseinander zu setzen, auch wenn es mir das Herz zereißt!
Ich bin 25 Jahre alt und habe fest darauf gebaut, dass ich mein Eltern noch vieleviele Jahre an meiner Seite habe. Ich habe eine ganz besondere Bindung zu meinem Papa, eine Vater-Tochter-Beziehung, wie es sie nur sehr selten gibt, voller Innigkeit!
Nun weiß ich nicht mehr, wohin ich denken soll...
Also mein Papa hat Stufe 3, nimmt viele Medikamente aber noch keinen Sauerstoff. Er war vor 2 Wochen in Reha und dort ging es ihm besser. Sie haben auch gesagt, dass sein Blut-Sauerstoff noch sehr gut ist. Er ist aber sehr lethargisch, depressiv, und macht nicht viel. Ab und an Ergometer, ab und an Spazieren gehen, viel schonen, leider rauchen..
Für mich das schlimmste ist die Erkenntnis, dass es kein Zurück gibt, keine Heilung, kein "Es wird irgendwann schon wieder gut", wie es in den meisten Lebenssituationen funktioniert!
Nichts was ich machen kann, um die Situation zu verbessern. Diese Ohnmacht!!
Eine Frage an Erkrankte: Kann ich denn was machen?? Was hilft?
Ich muss mich wieder fangen, dass weiß ich. Es bringt niemandem etwas, jeden Tag den kommenden Tod meines lieben Vaters zu beweinen. Aber ich will und kann ihn nicht als totkranken Menschen sehen/so mit ihm umgehen. Oder sollte ich?
Es tut mir alles weh, jeder Teil meines Körpers, jeder Gedanke. Ich arbeite im Verkauf und muss mich so oft zwingen, nicht einfach so in Tränen auszubrechen-im Kundenkontakt!
Ich habe mich nicht gut unter Kontrolle gerade. Natürlich der Schock, nun mit dieser furchtbaren Krankheit konfrontiert zu sein.
Was mir auch so Angst macht ist, was da alles noch auf mich zukommt (ohgott ich weiß, ein ekelhaft egoistischer Gedanke!). Der weitere Krankheitsverlauf macht mir Angst. Vor allem: meine Eltern wollen weg ziehen, an die See, was mit Sicherheit das Beste für sie ist!! Aber dann bin ich vielleicht irgendwann nicht schnell genug bei ihnen..
Wie ihr seht, meine Nerven liegen blank!
Ich würde mich über einen Austausch freuen, mit Erkrankten aber genauso mit Angehörigen - wie kommt ihr mit all dem zurecht?
Lieb Grüße
Angela