von Babs am Fr Mai 15, 2009 5:37 pm
Hallo Max,
Du willst wissen, wie es jetzt - möglicherweise - weitergeht. Das kann man so pauschal nicht sagen. Das hängt davon ab, wie viele Metastasen Du hast, wie groß sie sind und wo sie in der Leber sitzen. Und es ist auch wichtig, wo Du wohnst (Großstadt, Dorf, ...). Im Allgemeinen: Sind die Metas klein, nicht mehr als insgesamt 5 und sitzen sie alle "brav" zusammen, dann kann operiert werden. Das Problem ist nur, dass es nicht viele Spezialisten gibt, die solche Operationen durchführen und - diese OPs können leider nicht in jedem Krankenhaus durchgeführt werden. Wenn eine OP nicht (mehr) möglich ist, bekommt man Chemo, die meistens auch hilft (zumindest für eine bestimmte Zeit).
Dann gibt es noch ein paar andere Methoden, die aber neu sind und deshalb auch nicht überall durchgeführt werden können:
Radiofrequenzablation (RF-Ablation):
Durch kleine Hautschnitte wird ein Instrument zu den Metastasen vorgeschoben. Das Instrument erzeugt ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld, durch das das Tumorgewebe erwärmt und zerstört ("verkocht") wird. Das abgestorbene Gewebe wird anschließend vom Körper abgebaut. Als Obergrenze für die Größe der einzelnen Tumorherde gilt ein Durchmesser von 5 cm. Bei größeren Herden muss auf andere Verfahren zurückgegriffen werden.
Laser-induzierte Thermotherapie (LITT):
Das Verfahren ähnelt dem der RF-Ablation. Zur Erwärmung des Gewebes wird jedoch Laserlicht eingesetzt. Auch für die LITT gilt eine Obergrenze von 5 cm für behandelbare Metastasen.
Kryotherapie:
Die Kryotherapie ähnelt den beiden vorgenannten Verfahren. Die Zerstörung des Tumorgewebes erfolgt jedoch nicht mit Wärme, sondern mit Kälte. In der Regel wird dafür auf flüssigen Stickstoff zurückgegriffen, der -196 °C oder noch kälter ist.
Für größere Zahl von Metastasen
Transarterielle Chemoembolisation (TACE):
Bei der TACE wird von der Leiste aus ein Katheter in die Arterie vorgeschoben, die die Leber mit Blut versorgt. Diese Arterie teilt sich in der Leber in zwei Äste, die unabhängige Leberbereiche versorgen. Innerhalb einer Behandlungssitzung schiebt der Arzt den Katheter in jeweils nur einen der Äste vor. Dort wird ein Zellgift (Zytostatikum) freigesetzt. Anschließend verstopft der Arzt diesen Leberarterienast mit speziellen Kunststoffkügelchen, um die Tumorabsiedelungen von der Versorgung mit Sauerstoff abzuschneiden. Nach einem Intervall von sechs bis acht Wochen kann der zweite Leberarterienast behandelt werden. Mit der TACE lassen sich auch viele kleine Absiedelungen in der Leber behandeln. Die Gabe des Chemotherapeutikums direkt in die Leber schont den Körper und erlaubt deshalb eine höhere Dosierung.
Selektive interne Radiotherapie (SIRT):
Das Vorgehen ähnelt der Behandlung durch Chemoembolisation. Anstelle eines Zellgiftes werden jedoch kleine Kügelchen, die das radioaktive Element Yttrium-90 enthalten, in die Leberarterie gespritzt. Hier erfolgt eine Behandlung der gesamten Leber zum gleichen Zeitpunkt. Die Kügelchen bleiben in den feinen Arterien hängen, die die Leber und die Tumorherde mit Blut versorgen. Die Strahlung von Yttrium-90 reicht im Gewebe nur etwa 1 cm weit. Daher dringt keine Strahlung aus dem Körper nach außen, und besondere Strahlenschutzmaßnahmen müssen nicht ergriffen werden.
Wie gesagt - bei diesen Methoden handelt es sich um neue Methoden (keine Standard-Therapie!), die nicht überall durchgeführt werden können. Die "üblichen" Verfahren sind OP und vor allem Chemo.
Und noch was: Vielleicht suchst Du hier im Forum nach Beiträgen von einer Bibbi. Bibbi hat Lebermetastasen nach Darmkrebs, sie wurde operiert, leider sind die Metas zurückgekommen und jetzt bekommt sie Chemo. Ich vermute, Bibbi war die Einzige mit Lebermetas nach Darmkrebs hier im Forum und so kam sie zu mir (Lebermetas nach Brustkrebs). Seit einiger Zeit ist sie bei uns (Brustkrebs) unterwegs.
Viele Grüße
Babs
Brustkrebs 2004 (OP, Chemo, Bestrahlungen);
Eine riesengroße Metastase in der Leber 2008 (OP => 3/4 Leber ist weg).
Wunder gibt es immer wieder. Man muss nur an sie glauben. Und das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen ...