Hallo an alle,
ich möchte euch heute erzählen, was mich vorgestern, gestern und heute einmal mehr nachdenkllich gestimmt hat. Vorgestern war Elternabend bei meinem Sohn. Die Klassenlehrerin war über die Reaktion auf eine Geschichte in ihrer Klasse sehr verzweifelt. Sie war den Tränen nahe. Ich war entsetzt und so sprachlos, dass ich nichts sagen konnte, was mich heute ärgert, aber es hat mich persönlich so betroffen gemacht. Ein Mädchen wurde von der Sonderschule in die Klasse aufgenommen, da sie hochintelligent ist und man ihr die Möglichkeit eines Schulabschlusses geben möchte. Sie hat aber eine chronische Hauterkrankung. Ich habe den Fachausdruck dafür vergessen. Ihr fehlt eine Hautschicht, dadurch sieht sie immer extrem gerötet aus und die oberste Schicht schuppt sich stark. Auch kann sie sich nur schwerfällig bewegen. Ich vermute, sie hat überall solche Schmerzen wie ich sie an den Stellen habe, die ich bis aufs Fleisch aufgekratzt habe. Ich kenne das Mädchen, habe sie schon öfters gesehen. Ihr Anblick bereitet auch mir Schmerzen, das gebe ich zu. Mir kommen immer die Tränen. Nun war sie also eine Weile zur Probe in der Klasse, danach gab es ein Gespräch mit der Lehrerin und den Schülern und die Schüler sollten sich noch schriftlich mit pro und kontra zur Aufnahme des Mädchens äußern. Schriftlich gab es anscheinend wenig negative Äußerungen, doch verbal schon. Allerdings überwiegend von den Schülerinnen. Nun haben die Lehrer dennoch beschlossen, das Mädchen aufzunehmen. Sie möchte nur am Unterricht teilnehmen, will gar nicht in die Klassengemeinschaft aufgenommen werden und putzt ihren Platz nach dem Unterricht. Letzteres finde ich schon mal unglaublich. Nun sind die Schülerinnen mit der Klassenlehrerin beleidigt und grüßen sie nicht mehr, da sie sich eingebildet haben, sie dürften entscheiden, ob das Mädchen aufgenommen wird oder nicht. Mein Sohn sagt, dass das von Anfang an klar war, dass die Entscheidung letzten Endes bei den Lehrern liegt. Die Schülerinnen machen anscheinend einen großen Bogen um des Mädchen und flüchten vor ihr, als hätte sie die Pest. Wie können sich die Schülerinnen so verhalten? Ich fühle mich zurückgeworfen in meine Kindheit. Ich wurde zwar nie so geächtet, aber ich habe die angeekelten Blicke schon auf mir ruhen sehen. Ein Grund für mich, die Schwimmbadbesuche zu vermeiden.
Liebe Grüße
eure Heike
http://hometown.aol.de/learohse/Heike_S_Mayer.html