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ich bin die Tochter

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Beitragvon schweigLauter am Sa Jun 25, 2011 6:47 am

Titel: ich bin die Tochter

Guten Tag,
ich möchte mich ganz kurz vorstellen.
Mein Vater hatte öfter schon eine Lungenentzündung.
Nun rief mich mein Vater an, daß er wegen

"ich bin schnell aus der Puste, wenn ich die Treppen steige. Nun habe ich Cortison bekommen und muß in einem Monat wieder hin."

Im Laufe des Telefonats sagte er dann noch, daß sein Arzt ihn auf seine blauen Finger hingewiesen hat und ihn wohl zum Kardiologen überweisen wollte, was mein Vater nach dem Motto: "bei zu vielen Untersuchungen wird man nur noch kranker"

Ich habe ihn dann angerufen, ob das Cortison hilft und er sagte ja und ich merkte auch am Telefon, daß er viel viel viel besser atmet. Ich sagte, ob er denn bei der nächsten Vorstellung zum Röntgen muß oder in die Röhre. Er sagte daraufhin:

"war ich doch letzte Woche schon. Der Arzt meinte, die Lunge wäre überbläht und ich müßte damit leben. Aber mache Dir keine Gedanken"

Ich komme zwar aus dem med. Bereich, aber Lunge kenne ich mich gar nicht. Nichtsdestotrotz, habe ich "1x1" zusammengezählt und bin darauf gekommen: Es muß ein Lungenemphysem sein.

Ihr seht, ich habe keine schriftl. Diagnose und ich weiß so gar nicht, was der Arzt meinen Vater gesagt hat, dass muß ich ganz offen gestehen.

Mein Wohnort ist ca. 40 Km weit entfernt und ich habe einfach Angst und Panik. Ich weiß ned, ob das jmd versteht. Mein Vater ist 75 Jahre und ich weiß, es gibt hier Betroffene, die viel jünger sind. :( Ja, ich habe Angst, daß mein Vater leiden muß und stirbt, wobei das Leid mir nicht aus dem Kopf geht und ich hatte die letzte Nacht nicht schlafen können.

Ich hoffe sehr auf ein Feedback, was auf meinem Vater und auf uns überhaupt zu kommt.

Vielen Dank und allen Erkrankten und Angehörigen ein gutes Wochenende

Antonia
schweigLauter
 
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Beitragvon Natascha am Mo Jun 27, 2011 10:58 am

Titel: Re: ich bin die Tochter

Hallo Antonia,

ich kann dich und dein Gefühl sehr gut verstehen. Wir haben vor einer Woche erfahren, als meine Mutter einen akuten Anfall hatte, dass sie COPD hat.
Seit so. abend liegt sie im künstl. Koma und heute bekommt sie einen Luftröhrenschnitt gemacht. Letzte Woche Dienstag habe ich dann erfahren, dass sie sich bereits im Stadium III befindet und Do. oder Fr. haben wir erfahren, dass sie nur noch 20-30% Lungenfunktion hat. Meine Mutter bekommt zwar Medi's um im künstl. Koma zu bleiben, doch sie wacht ständig auf. Ich habe einfach angst, dass sie dann schmerzen hat und leidet oder uns was sagen will und wir es nicht verstehen.
Ich an deiner Stelle würde bei dem Arzt anrufen, ich weiss sie stehen unter der Schweigepflicht, aber ich würde es versuchen. Dann weisst du wie es wirklich um deinen Vater steht.
So viel ich jetzt weiss, kann man doch noch recht gut weiterleben mit dieser Krankheit, wenn man seinen Lebensstil ändert und seine medikamente regelmässig nimmt.
Ist natürlich dumm, dass du 40km entfernt von ihm wohnst, aber ich würde versuchen ab und zu mal vorbei zu fahren um halt auch zu schauen wie es ihm geht.

Ich hoffe, ich habe dir ein wenig helfen können.

LG
Natascha
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Beitragvon schweigLauter am Mo Jun 27, 2011 6:56 pm

Titel: Re: ich bin die Tochter

Ich danke Dir sehr für Deine Antwort. Ich bin heute einfach hingefahren und war wirklich positiv überrascht. Er nimmt Cortison und hat irgendwas zur Inhalation, aber es scheint ihm ganz gut zu gehen. Das beruhigt mich etwas, denn beim ersten Telefonat hat er schwer geatmet und ich hatte schon Horrorvorstellung.

Was Du über Deine Mutter schilderst ist wirklich schlimm. Frage doch die Ärzte, daß Du befürchtest, daß sie Schmerzen hat und Dich der Wachzustand verunsichert und ich würde immer wieder das Gespräch suchen. Offen gestanden habe ich genau vor dieser Situation Angst, in der Du Dich gerade befindest. Man kann ja fast nur zugucken.

Du schreibst, daß Dein Ma im Stadium III ist. Habt Ihr, hat Deine Mutter vorher nichts bemerkt? Wenn die Frage erlaubt ist und nicht zu indiskret :oops: Ich befürchte nämlich bei meinem Vater auch, daß er uns, also mich und meine Schwester (die immer wieder abtaucht) vor vollendeten Tatsachen stellt, um uns nicht zu belasten...

Ich hoffe, Du selbst bekommst auch ganz viel Unterstützung, liebe Natascha

a.
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Beitragvon Natascha am Di Jun 28, 2011 8:05 am

Titel: Re: ich bin die Tochter

Hallo Anita,

super, dass du zu deinem Vater gefahren bist und gesehen hast, dass es ihm doch recht gut geht. Wenn er sich an die Medikamente hält und sie regelmäßig nimmt, sollte dies auch so bleiben, so viel ich weiss. ;-)

Ich habe mit den Ärzten gesprochen und sie sagten, dass meine Mutter es nicht wirklich wahr nimmt oder schmerzen hat. Sie befindet sich, wenn sie wach wird in einem Dämmerzustand und sie merken, dass sie irgendwo liegen und wollen nur noch weg. Aber schmerzen haben sie keine. Man kann leider wirklich nur gucken und in solchem Fall den Pfleger holen, damit sie noch eine Dosis mehr bekommt. Ich glaube, das kommt nicht so oft vor, dass die Patienten nicht tief genug schlafen. Meine Mutter hat ein Alkoholproblem und brauchte schon allein deswegeen eine menge medikamente um sie im Koma zu halten.

Also meine Mutter wusste es auf jeden Fall schon seit November 2010, wenn nicht noch früher. Doch in der Zeit lag mein Opa im künstl. Koma, dann war mit meiner Grosstante was. Wir haben schon gemerkt, dass unsere Mutter krank ist, aber auf Frage von uns, hatte sie immer ausreden. Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt, beim Arzt anzurufen und nachzufragen, doch dann dachte ich mir, 1. geben die wahrscheinlich eh keine Auskünfte und 2.wird meine Mutter mir schon erzaehlen wenn was ist.
Tja das war leider nicht so. Für mich hat sie es zum einen nicht erzählt, um uns zu belasten und zum zweiten denke ich, dass wennn sie es uns erzaehlt haette, es real fuer sie geworden waere und somit haette sie sich damit befassen muessen. :-(
Jetzt hat sie nur noch 20-30% Lungenfunktion und muss im schlimmsten Fall, wenn sie aus dem Krankenhaus raus kommt, eine Sauerstoff langzeit therapie machen. Aber das kann uns der Arzt noch nicht genau sagen.

Meine Unterstützung ist soweit ok, habe meinen Vater und meinen Bruder. Aber als Frau hat man doch noch was mehr arbeit. Schade, dass deine Schwester immer wieder abtaucht.
Wenn du glaubst, dass dein Vater euch nicht erzaehlt, wuerde ich beim Arzt einfach mal anrufen und nachfragen. Vllt. sagen sie dir doch was. Ich habe auch jetzt, wo meine Ma im krankenhaus liegt, dort angerufen um zu fragen in welchem stadium sie sich ueberhaupt befindet.

Lieben Gruss und fuer dich und deinen Vater alles gute.

Natascha
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Beitragvon muckel am Do Jun 30, 2011 6:35 pm

Titel: Re: ich bin die Tochter

Hallo Natascha,
wenn deine Mutter eine Lot bekommt, wird es ihr wahrscheinlich besser gehen.
Ich bin seit 1998 auf stufe COPD III und bin auch manchmal an der Grenze zu VI.
Ich kann aber noch ganz gut damit leben.
Der Körper stellt sich darauf ein, das er eben nicht mehr alles kann.
Ich freue mich aber über alles, WAS ICH NOCH KANN.
Ich glaube, wenn ihr euch mit der Krankheit befasst, werdet ihr sehen, das es noch
viele Möglichkeiten gibt, die einem helfen.
Ich gehe z.B. zum Lungensport, dort sind auch einige mit Sauerstoff.

Ich wünsche dir und deiner Mama, das es ihr bald besser geht

lieben Gruß
Marion
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Beitragvon schweigLauter am Mi Jul 06, 2011 9:41 pm

Titel: Re: ich bin die Tochter

Hallo Natascha,
Du hast wirklich viel durchgemacht und zwar viel mit Erkrankungen. Bitte sorge auch gut für Dich. Ich finde aber gut, wie Du für Deine Mutter da bist.
Sch...Alkohol und Sch....Sucht. Das ist so traurig. Klar, kann man so leicht sagen: War die eigene Entscheidung aber ich finde es einfach zu einfach. Mich macht es wirklich sehr traurig.
Wahrscheinlich würde ich meinen Kinder auch nix sagen...ich würde auch niemanden belasten wollen, aber immer hinauszögern kann man es ja nun auch nicht und einen Gefallen tut man den Kindern nicht.
Ich drücke Dir und Deiner Mutter die Daumen, daß sie sich aufrappelt. Es ist aber gut zu wissen, daß sie keine Schmerzen erleidet. Das wäre ja wirklich schlimm

Liebe Marion, danke fürs Mutmachen. Ich wünsche Dir auch alles Gute.

Antonia
schweigLauter
 
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Beitragvon schweigLauter am Mi Jul 06, 2011 9:43 pm

Titel: Re: ich bin die Tochter

Ah ja, anrufen werde ich nicht beim Arzt. Ich weiß auch gar nicht, zu welchem Arzt er hingeht. Er kann ja bis jetzt alles selbst regeln. Ich bin so froh, daß er seit über 10 Jahren gar nicht mehr raucht. Alkholiker ist er nicht, allerdings hat er auch gerne Party gemacht, na, ja und da hat er auch oft großzügig Alkohol getrunken...Antonia
schweigLauter
 
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