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Aussichten bei Darmkrebsrezidiv?

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Danke, Tommes ...

für Deine aufmunternden Worte. Also: Unser Marathon dauert noch an, um es kurz zu machen: Manche der Metastasen bei meinem Vater werden operierbar sein, andere nicht. Die Ärzte haben sich vorsichtig dahingehend geäußert, dass wir wohl damit leben müssen, die restlichen Tage meines Vaters mit dem Kampf gegen den Krebs zu verbringen. Da er auch nicht mehr jung ist, überlegen wir ernsthaft, was er sich noch antun soll und was nicht. Er ist nicht mehr der Kämpfertyp ... Es wird eine bis mehrere OPs geben (Rezidiv und operable Metas), aber alles werden sie nicht beseitigen können, soviel ist jetzt schon klar. Verschiedene Organe sind wohl auch schon befallen (Lunge, Leber), wenn auch nur ansatzweise. Wir müssen sehen, ob man das noch eine Weile in Schach halten kann und wie der Körper meines Vaters auf die Therapie reagiert. Er hat jedenfalls jetzt schon gesagt, dass er seine "letzten Monate" (so sieht er das) nicht mit Dauertherapie verbringen will. Zwingen können wir ihn nicht ....

Jo
Johannes43
 
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Beitragvon Babs am Do Jun 10, 2010 6:12 pm

Titel: Re: Aussichten bei Darmkrebsrezidiv?

Johannes43 hat geschrieben: (...) Die Ärzte haben sich vorsichtig dahingehend geäußert, dass wir wohl damit leben müssen, die restlichen Tage meines Vaters mit dem Kampf gegen den Krebs zu verbringen. (...) Er hat jedenfalls jetzt schon gesagt, dass er seine "letzten Monate" (so sieht er das) nicht mit Dauertherapie verbringen will.


Hallo Jo,

meine Meinung: In solcher Situation ist Hoffnung nicht nur sinnvoll, sondern lebensnotwendig. Nur wer sich selbst aufgibt, hat verloren.

Die Frage nach der Prognose ist sehr schwer zu beantworten, denn alle Aussagen zum weiteren Verlauf gründen sich auf nichts anderem als statistischen Durchschnittswerten. Sie geben zwar Auskunft darüber, wie lange die Mehrzahl der Kranken nach der Diagnose "Metastasen" lebt, sagen aber nicht, wie lange ein(e) bestimmte(r) Patient(in) leben wird. Es bedeutet lediglich: Patienten mit ähnlichem Krankheitsbild haben in der Regel noch etwa (zum Beispiel) "ein paar Monate lang" gelebt. Aber wir sind (Dein Vater, ICH und alle hier) immer ein Individuum. Deshalb muss man auch ganz individuell mit der Erkrankung umgehen. Man muss manche Dinge hinnehmen ... und einfach durchstehen.

Mein Onkologe (ein 100% Pessimist) sprach in meinem Fall immer von Hospiz, 2 Jahre lang. Jetzt hat er damit aufgehört - ich habe noch lange nicht vor, ins Hospiz zu ziehen. Und er sieht jetzt auch, dass seine "Berechnungen" in meinem Fall schlicht nicht stimmen.

Viele Grüße
Babs
Ich sage immer: Ich bin meine eigene Statistik. :mrgreen:

PS. Trotzdem eine Zahl (betr. Brustkrebs). Bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung (statistisch gesehen) zwischen zwei und dreieinhalb Jahren nach dem ersten Auftreten von Metastasen. Die Betonung liegt auf "durchschnittlich". Denn 25 bis 30 Prozent aller Patientinnen leben fünf Jahre und 10 Prozent mehr als 10 Jahre. Ein bis zwei Prozent werden endgültig geheilt (und das obwohl gesagt wird: Mit Metastasen gibt es keine Heilung mehr :!: ).
Wunder gibt es immer wieder. Man muss nur an sie glauben. Und das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen ...
Babs
 
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Hallo Babs,

Du hast wohl Recht: Man muss das alles differenziert betrachten und kann statistische Werte nicht 1:1 auf seinen eigenen Fall übertragen. Ich freue mich auch, dass ich hier so viele positive Denkanstöße von euch bekomme. Es ist nur so: Mein Vater ist schon Ende siebzig und hat noch verschiedene andere Probleme: u. a. mit dem Herzen. Wie sagt man dazu? Multimorbider Patient .... Das Herz (vielleicht auch wegen dem ganzen Stress) macht im Moment solche Probleme, dass auch eine OP zum jetzigen Zeitpunkt ein hohes Risiko darstellt. das ist alles eher am unteren Ende anzusiedeln und vielleicht muss man auch dies akzeptieren. Mir fällt es jedenfalls in dieser Sitaution serh schwer immer den Optimistischen zu geben. Vielleicht ist das auch garnicht gut, da ja mein Vater auch merkt, dass das letztendlich an den Tatsachen vorbeigeht. Ich möchte ihm ja beistehen und kein Theater spielen.

Wie denkt Ihr darüber?

Jo
Johannes43
 
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Beitragvon Babs am Fr Jun 11, 2010 6:23 pm

Titel: Re: Aussichten bei Darmkrebsrezidiv?

Hallo Jo,

entscheidet sich Dein Vater gegen Behandlung, sollte seine Entscheidung selbstverständlich akzeptiert werden. Man darf niemanden zwingen ...

Aber die meisten Ärzte berücksichtigen gesundheitliche Probleme und Allgemeinzustand; hat der Patient andere schwere Krankheiten (z.B. Herz), empfehlen sie ihm andere Behandlungen als einem "Gesunden" ("gesund" im Sinne: Krebs, aber ohne weitere Probleme). Haben die Ärzte schon gesagt, was sie evtl. machen wollen?

Viele Grüße
Babs
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Babs
 
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Hallo Babs,

vielen Dank für Deine Nachricht. Ja, es steht jetzt erst einmal an, dass mein Vater stabilisiert wird und dann soll so viel wie möglich operiert werden (Rezdiv, Metastasen). Weiter geht der Plan noch nicht,da unklar ist, wie er das überhaupt übersteht und alles ist nicht operabel. Aber dann wäre wohl eine Chemo dran. - Die wichtigere NAchricht im Moment finde ich, dass mein Vater tatsächlich jetzt beginnt, seinen Frieden mit dem Gedanken zu machen, dass seine Zeit jetzt deutlich begrenzt ist. Wir haben am Wochenende über Vieles geredet, was all die Jahre nur so unterschwellig blieb. Und wir werden das fortsetzen .... Wühlt einen alles ganz schön auf, aber ich glaube, das ist ein guter Weg und es ist auch jetzt an der Zeit, einiges endlich aufzuarbeiten. Was immer dann kommt, kann man dann anders annehmen ....

Jo
Johannes43
 
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Beitragvon Bono1961 am Mi Jun 16, 2010 7:40 am

Titel: Re: Aussichten bei Darmkrebsrezidiv?

Hallo Jo,

ja, das ist keine einfache Situation und sicher eine Gratwanderung: Deinen Vater utnerstützen, ihm Kraft geben (auch für weitere therapeutische Schritte) und auf der anderen Seite auch akzeptieren und unterstützen, dass er (vielleicht) lieber Abschied nimmt.

Wenn es irgendwie geht, meine ich, dass man beides versuchen sollte. Auf jeden Fall kann man das Thema Sterben und die Auseinandersetzung mit dem Tod nicht ignorieren. Das sind ganz wichtige Dinge, gerade für ältere und so schwer erkrankte Menschen. Vielleicht kannst Du Dir da auch Unterstützung holen (Pfarrer, Hospiz o. ä.). Man weiß ja manchmal auch einfach nicht, wie man damit umgehen soll. Aber ich glaube, Du bist da schon auf einem guten Weg!

Bono
Bono1961
 
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Hallo Bono,

danke für die Blumen (;-) ja, auf die Idee mir Unterstützung zu holen, bin ich schon gekommen, ähnlich wie von dir vorgeschlagen. Ich habe mich mit der Deutschen Hospizstiftung in Verbindung gesetzt. Die sagen einem wie alles funktioniert, von der Patientenverfügung bis zur Kostenübernahme für den Aufenthalt im Hospiz ... und was am Wichtigsten ist: Da wird man mit seinen Nöten angehört und ernstgenommen, ja sozusagen aufgefangen.

Wir fahren also zweigleisig: Möglichst beste und wirksamste Therapie, soweit das bei meinem Vater geht und dann aber auch die Vorbereitung für den anderen Fall ... Letzteres ist ja aber auf jeden Fall sinnvoll, wenn ein gewisses Lebensalter erreicht ist und man nicht gesund ist (auch wenn man vielleicht keinen Krebs hat).

Kostet alles so viel Kraft ... aber man trifft auch immer wieder auf Menschen, die einen aufbauen. Dafür an Euch hier alle schonmal einen großen Dank.

Jo
Johannes43
 
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Beitragvon Bono1961 am Fr Jun 18, 2010 8:07 am

Titel: Re: Aussichten bei Darmkrebsrezidiv?

Hallo Jo,

jeder hat hier wohl seine ganz eigenen Beweggründe, sich um andere Betroffene "zu kümmern" ....

Laß uns wissen, wie es nun mit Deinem Vater weitergeht, o.k.?

Bono
Bono1961
 
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Registriert: Do Feb 25, 2010 9:54 am

Hallo Bono,

wenn mein Vater so weit stabil ist, soll er kommende Woche operiert werden ....
ich berichte Euch dann gerne, wie es gelaufen ist.

Jo
Johannes43
 
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