Johannes43 hat geschrieben: (...) Die Ärzte haben sich vorsichtig dahingehend geäußert, dass wir wohl damit leben müssen, die restlichen Tage meines Vaters mit dem Kampf gegen den Krebs zu verbringen. (...) Er hat jedenfalls jetzt schon gesagt, dass er seine "letzten Monate" (so sieht er das) nicht mit Dauertherapie verbringen will.
Hallo Jo,
meine Meinung: In solcher Situation ist Hoffnung nicht nur sinnvoll, sondern lebensnotwendig. Nur wer sich selbst aufgibt, hat verloren.
Die Frage nach der Prognose ist sehr schwer zu beantworten, denn alle Aussagen zum weiteren Verlauf gründen sich auf nichts anderem als statistischen Durchschnittswerten. Sie geben zwar Auskunft darüber, wie lange die Mehrzahl der Kranken nach der Diagnose "Metastasen" lebt, sagen aber nicht, wie lange ein(e) bestimmte(r) Patient(in) leben wird. Es bedeutet lediglich: Patienten mit ähnlichem Krankheitsbild haben in der Regel noch etwa (zum Beispiel) "ein paar Monate lang" gelebt. Aber wir sind (Dein Vater, ICH und alle hier) immer ein Individuum. Deshalb muss man auch ganz individuell mit der Erkrankung umgehen. Man muss manche Dinge hinnehmen ... und einfach durchstehen.
Mein Onkologe (ein 100% Pessimist) sprach in meinem Fall immer von Hospiz, 2 Jahre lang. Jetzt hat er damit aufgehört - ich habe noch lange nicht vor, ins Hospiz zu ziehen. Und er sieht jetzt auch, dass seine "Berechnungen" in meinem Fall schlicht nicht stimmen.
Viele Grüße
Babs
Ich sage immer: Ich bin meine eigene Statistik.
PS. Trotzdem eine Zahl (betr. Brustkrebs). Bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung (statistisch gesehen) zwischen zwei und dreieinhalb Jahren nach dem ersten Auftreten von Metastasen. Die Betonung liegt auf "durchschnittlich". Denn 25 bis 30 Prozent aller Patientinnen leben fünf Jahre und 10 Prozent mehr als 10 Jahre.
Ein bis zwei Prozent werden endgültig geheilt (und das obwohl gesagt wird: Mit Metastasen gibt es keine Heilung mehr

).
Wunder gibt es immer wieder. Man muss nur an sie glauben. Und das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen ...