Piffi hat geschrieben:Wäre schön, wenn sich mal der eine oder andere von den "Alten" wieder meldet. Damit man weiß, wie es jetzt geht.
Hallo Kerstin,
Du willst wissen, wie es uns geht. In meinem Fall - na ja, es geht ...
Zur Erinnerung, meine Leber-Geschichte war 2008, im Juli 2008 wurde ich operiert.
Im August 2008 hat der Onko gesagt (oder besser: es ist ihm so rausgerutscht): "3 Jahre sind in Ihrem Fall eine zu optimistische Prognose". Nach den OP’s hatte ich zuerst ein sehr gutes Jahr, zwar mit kleinen Wehwehchen, die aber nicht mit Krebs verbunden waren, sondern ganz allgemein mit den großen Bauch-OP’s. Exakt ein Jahr später im Juli 2009 wurde festgestellt, in der kleinen Restleber gibt es neue (mehrere) Metastasen. Ab August 2009 bekam ich Chemo + Antikörper (Taxol jede Woche + Avastin alle 2 Wochen) und das 4 Monate lang. Dann gab es eine Pause, die aber nur knapp 6 Monate dauerte. Dann ab Mai 2010 wieder jede Woche Taxol + alle 2 Wochen Avastin. Diesmal "nur" 3 Monate lang (ich wollte nicht länger). Danach wieder eine Pause und wieder nur knapp 6 Monate lang. Jetzt beginne ich mit der nächsten Chemo, diesmal bekomme ich aber was anderes. Weder Taxol (wg. Polyneuropathie) noch Avastin (der Onko wollte, dass ich Avastin weiter nehme, ich war damit nicht einverstanden - wg. Blutdruckprobleme). Jetzt bekomme ich Caelyx (gehört zu Doxorubizin), Infusionen sind alle 4 Wochen geplant und der Onko wollte sich nicht festlegen, wie viele Zyklen diesmal, also - mal sehen.
So ist der aktuelle Stand bei mir. Es gibt aber noch was Zusätzliches.

Am Neujahrstag habe ich auf einmal alles doppelt gesehen.

Bin zwar keine Ärztin, aber einen Schlaganfall konnte ich eigentlich ausschließen (ich stamme aus einer Schlaganfallfamilie). Der Augenarzt hat festgestellt, dass ein Augenmuskel gelähmt ist, er konnte aber nicht sagen, warum das so ist. Ich wurde als Notfall zum Neurologen geschickt. Der hat neurologisch nichts gefunden, aber bei meiner Vorgeschichte denken alle Ärzte (wirklich alle, keine Ausnahmen), es sind wahrscheinlich Hirnmetastasen. Es wurde ein Gehirn-MRT mit Kontrastmittel gemacht. Zum Glück wurden sowohl Hirnmetastasen als auch eben Schlaganfälle ausgeschlossen. Im Gehirn ist alles in Ordnung, ich sehe aber immer noch alles doppelt ... Die Erklärung der Ärzte ist jetzt so, dass das wahrscheinlich eine Infektion war oder ein Virus und man muss halt abwarten. Manchmal gehen sollte Probleme von alleine weg, aber - das dauert. Die ersten 1,5 bis 2 Wochen waren wirklich eine Qual. Danach wurde ein bisschen besser. Auf eine kurze Entfernung (so 20-30 cm) sehe ich inzwischen fast normal. Auf eine mittlere bis weitere Entfernung gibt es immer noch Doppelbilder, aber ich schätze, mein Gehirn lernt langsam damit umzugehen.
Ich habe bei jeder Chemo gearbeitet. Jetzt bin ich krankgeschrieben, weil mit solchen Augenproblemen man nicht arbeiten kann ...
So, das wäre alles ...
Liebe Grüße
Babs
Wunder gibt es immer wieder. Man muss nur an sie glauben. Und das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen ...